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Wofür bringen wir uns um?

An Gottes Segen ist alles gelegen

1 "Von Salomo, ein Wallfahrtslied." Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst. 2 Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf. 
3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk. 
4 Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind die Söhne der Jugendzeit. 
5 Wohl dem, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat! Sie werden nicht zuschanden, wenn sie mit ihren Feinden verhandeln im Tor.



Liebe Schwestern und Brüder,

größer, schneller, weiter. Das sind die Attribute dieser Zeit von heute. Wir leben in Superlativen, das was man geleistet hat reicht einfach nicht aus.
Wir leben in einer Zeit, in der man sich selbst nie genügen kann. Doch dabei vergessen wir: ein Leben mit dem inneren Druck, immer besser werden zu müssen, macht das Leben lebensunwert. Die Quittung bekommen wir mit Depressionen, einem Burn out oder dem guten alten Herzinfarkt. Das war dann das Leben.
Nur was soll man tun? Man erwartet doch von uns, erfolgreich zu sein. Schnelle Autos, schöne Häuser, Macht und Ansehen – das sind die Götter von heute.

Und wenn man dann den Gipfel des Berges namens Erfolgsucht erklommen hat – dann beginnt das Hamsterrad sich wieder zu drehen. Denn meistens ist es schwieriger, den eigenen Erfolg über Jahre zu sichern, als ihn einmal zu erreichen. Diese Maßstäbe sind es, die das eigene Leben zur Hölle machen.

Und dann dieser Psalm, den wir eingangs hörten.
Auf einmal kommt es nicht mehr auf unsere Alleingänge hin zum Lande Erfolg an. Gott ist da, wir brauchen seinen Segen, damit das, was wir tun, auch gelingen mag.
Völlig weltfremd, denken vielleicht jetzt Einige. Man darf sich doch nicht einfach hinsetzen und die Hände in den Schoß fallen lassen in der Vermutung, das Gott die Arbeit schon erledigen wird. Und wissen Sie was – Sie haben vollkommen recht. Doch klar ist auch: zwischen dem erledigen des Tagwerks und einer tiefen Besessenheit, der Beste sein zu müssen, passt ein Ozean. Wir müssen klar erkennen: unser Leben ist uns nicht gegeben worden, um es selbst zu ruinieren. Es gibt einfach den Imperativ sich zu erhalten, egal was andere Kandidaten im Spiel des Lebens von einem erwarten.

Die Faszination der Selbstzerstörung. Sie oder unsere Dummheit bringen uns dazu, gegen einen selber zu kämpfen. Das Ergebnis: all das, was einem im Leben immer viel wichtiger war als das eigene Glück, wird gerade auf der Zielgerade unseres Daseins sinnlos, unwichtig erscheinen. Denn am Ende eines Lebens zählen keine Bankkonten oder Besitztümer. Am Ende des Lebens zählt nur, das man dieses Leben wirklich gelebt hat.

Es ist immer wieder traurig zu sehen, wie Menschen, die wir als sorglos einschätzen, an dem eigenen Leben zerbrechen. Wieviele Männer und Frauen, bekannt aus Film, Funk und Fernsehen betäuben sich mit Drogen, um die eigene Lebenssituation irgendwie aushalten zu können. Geld, Schönheit – all das sind die Maxime deren Welt. Doch eines können sie nicht: Sinn dem eignen Leben verleihen. Und ohne klar erkannt zu haben, wozu man eigentlich auf dieser Welt ist, weshalb einen Gott erschaffen hat – ohne dieses Wissen fühlt man sich austauschbar. Wer möchte, wer kann solch ein Leben führen?

Gestern erst verfolgte ich in den Nachrichten den Prozess gegen den Leibarzt von Michael Jackson.
Und dann erblickte ich das letzte Bild Jacksons und war fassungslos. Dieses Elend, dieses Bündel Mensch was dort lag – zerbrochen, geschunden, zerlitten.
Nur noch Narkosemittel erlaubten seiner Seele kurzzeitig Ruhe und Frieden zu finden. Und dann der Druck des neuen Karrierestarts – wer wundert sich jetzt noch über das Ableben Jacksons?
Seine letzten Worte – betäubt mit Beruhigungsmitteln drückt dieses tiefe Dilemma dieses Mannes aus. Sein Anspruch: als der größte Entertainer zu gelten, sozusagen als Sieger von der Bühne zu steigen. Das war sein Traum und sein Alptraum.
Denn wie konnte man übersehen, das Jackson in meinen Augen eine solche Tournee niemals überstanden hätte? Wie konnte man übersehen, das dieser Mann zerbrochen war, trotz all dem Geld, das er einst verdiente. Und so stand er vor seinem Leben – geldlos, kraftlos, haltlos. Doch kommerzielle Interessen standen wohl über der Belastungsgrenze des einst so gefeierten Stars. Wer will schon in einen Künstler investieren, wenn dieser keine Rendite mehr abzuwerfen droht?
Michael Jackson starb nicht in dieser Nacht, sondern in den vielen Jahren, in denen der Jackson Clan versuchte, die eigenen Kinder zu vermarkten, aus ihnen das Letzte rauszuholen, um selbst wie Gott in Frankreich leben zu können. In all den Jahren seines Lebens starb Michael Jackson immer mehr, immer stückchenweise. Er war der Mann ohne Kindheit – und das hat seine Seele niemals verkraftet.

Dieser Tragödie steht unser Psalmwort als etwas ganz Anderes entgegen.
Kein Erfolg, keine Siege im Leben verdanken wir uns selbst. Gottes Segen lässt uns gewinnen und verlieren. Richtig – verlieren, denn auch das benötigt der Mensch zum inneren Wachstum, denn das ist die Realität des Lebens.
Wie sehr man sich auch anfeuert, wie sehr man sich auch selbst unter Druck setzt – es wird zu nichts führen, ohne die Erkenntnis: ich gehöre meinem Gott mit Haut und Haaren. Er weiß, was er von mir fordert, ohne mich zu überfordern.
Hingabe, sich selbst preiszugeben – das ist der Kernpunkt für ein Leben ohne Erwartungsdruck. In welcher Situation ich auch sein werde – Gott ist bei mir und so möge er mit dieser Situation machen, was er für richtig hält. Denn ich bin sein Werkzeug und er ist mein Gott.

Hätte doch Michael Jackson dieses Psalmwort für sein Leben nutzen könen. Hätten all die Vielen, die an sich zerbrachen, dieses Psalmwort für ihr Leben nutzen können. Es hätte ihr Leben retten können.
Dennoch: wir sitzen hier nicht zu Gericht über Menschen, die Furchtbares mit sich erlebt haben. Gott hat Ihnen ewigen Frieden geschenkt – einen Frieden, der dauerhaft, der alle Wunden des Lebens heilen kann.
Mögen all Jene in Frieden wohnen im Hause des Vaters

AMEN!