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Wider das Sorgen

Das rechte und das falsche Sorgen

Homilie über Matthäus 6, Verse 23-34 „ Das rechte und das falsche Sorgen„

Ein Leben ohne Sorgen - was für eine wundervolle Vorstellung! Also lassen Sie uns alle unsere Versicherungen kündigen und das Geld in einem Urlaubsleben so richtig auf den Kopf hauen!

Doch genau das will Jesus in seinen Worten der Bergpredigt nicht zum Ausdruck bringen. Dennoch, hält man sich die Gegebenheiten der damaligen Zeit vor Augen, so erscheint einem im ersten Augenblick ein Mann, der den Menschen predigt, daß das Leben mehr ist als essen, trinken und Kleidung - allenthalben die Dinge, die sich die Menschen in täglich schwerster Arbeit zu erkämpfen versuchen, auf deren Grundlage der Mensch seine Existenz gegründet sieht - ein rechter Idealist zu sein. Würde heutzutage sich Jemand auf den Marktplatz stellen und die Worte Jesu wiederholen, so könnte ich wohl fast garantieren, dass er allenthalben als Utopist der allgemeinen Erheiterung dienlich wäre - ansonsten könnte er wohl wenig ausrichten. Hingegen - genau das passiert in der Bergpredigt von Jesus nicht. Die Leute hören gebannt seinen Worten zu, da Sie erkennen, daß er nicht etwas selbst Erdachtes predigt, sondern mit göttlicher Vollmacht die Menschen in der Wahrheit des Evangeliums unterrichtet. Jesus Christus - ganz Gott und ganz Mensch - zieht die Menschen mit seinen Worten in die Welt der frohen Botschaft, die er, als die Quelle der Wahrheit, in göttlicher und nicht in menschlicher Vollmacht den Menschen in die Seelen zu brennen versucht.

Oh Ihr Kleingläubigen - habt keine Angst, sorgt euch nicht - werft eure Sorge auf Gott und erkennt doch endlich, dass allein Gott für euch wahrlich zu sorgen vermag - dies ist nicht nur der Kern der Bergpredigt, sondern auch allenthalben der Kern der frohen Botschaft des Evangeliums Jesu Christi. Jesus schreit uns förmlich zu, dass wir doch endlich unser Lebenshaus auf ihn hin gründen sollen, dass sein Joch leicht ist und seine Freude, die er uns in seinem Wort und seiner Gegenwärtigkeit in unserem Leben schenkt, so unergründlich groß ist - warum nur vertrauen wir ihm so wenig? Wieso sind wir nur so oft darin versucht, unser Leben auf uns zu gründen, wenngleich wir erkennen, dass dies in Sorge, Angst und Lebensunzufriedenheit münden wird?

Um diese Fragen näher in die Beantwortung führen zu können, so müssen wir danach Ausschau halten, wie Jesus den Kern, die Wurzel unserer Alltagssorgen zu definieren versteht. „Niemand kann zwei Herren zugleich dienen - er wird den einen vernachlässigen und den anderen bevorzugen. Er wird dem einen treu sein und den anderen hintergehen. Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld„ ( Mt.6; 24-25). Die Herrschaft des Geldes verkapselt uns in uns selbst und gebiert so Sorge und Angst.

Was heißt das?

Zuallererst macht uns Jesus hier sehr deutlich bewusst, dass wir vor einer Entscheidung in unserem Leben nicht davonlaufen können. Wem ordnen wir uns unter - Gott oder dem Diktat des Geldes, der Leistung und des Besitzes? Dieser Entscheidung vorgelagert ist allenthalben die Frage zu beantworten, ob wir überhaupt die Existenz Gottes anerkennen oder diese im Versuch der „Selbstverwirklichung„ in Klammern zu setzen versuchen. Stellt man in diesem Zusammenhang die möglichen Beantwortungswege - entweder den Glauben oder den Atheismus - nebeneinander, so führt mich eine nähere Betrachtung doch immer wieder zu der Erkenntnis, wie eigentlich unlogisch die Religion der Gottesverneinung eigentlich ist. Gottes Schöpfung ist so undurchdringlich wunderbar und vernünftig gemacht worden - wer außer Gott selbst vermag so etwas hervorzubringen? Nur der Logos - also die schöpferische Urvernunft Gottes - vermag Vernunft zu erschaffen. Wie kann also ein unvernünftiger Zufall ( der Urknall) eine so wundersam vernünftige Welt hervorbringen? Wie kann eine zufällige Evolution ein Wesen in der Größe des Menschen erzeugen? Wie kann eine zufällige Evolution Tiere und Pflanzen so vollkommen in ihren Lebensraum anpassen und einfügen? Ich denke, dass aller Atheismus der Welt diese Fragen wohl niemals ohne die Einbeziehung Gottes in die Schöpfung zur Beantwortung führen kann.

Im Anschluss an die Existenzfrage Gottes schließt sich allenthalben die Frage an, inwieweit wir die Existenz des Schöpfergottes auch für unser Leben anerkennen werden.
Wer dies tut, für den muss unumgänglich Gott an erster Stelle seines Lebens stehen. Kein Beruf, kein Konsum, kein macht - oder besitzstreben kann und darf diese Stellung gefährden.
Doch wie sieht es meistens in unserem Leben aus? Tag für Tag rennen wir in unserem Alltag geschäftig und gehetzt von einem Termin zum anderen - Gott scheint da nur noch eine Randerscheinung zu sein, derer man sich an den weihnachtlichen Festtagen oder zu anderen besonderen Anlässen bedient. Nur werden wir so glücklich?
Betrachtet man sich dem Zustand unserer heutigen Gesellschaft, so kann ich diese Frage wohl eindeutig verneinen! „Niemand kann zwei Herren dienen - er wird den einen vernachlässigen und den anderen bevorzugen„ - unterwerfen wir uns der Logik der Karriere und des Geldes, so können wir Gott nicht mehr Gott sein lassen - Anderes hat seinen Platz in unserem Leben eingenommen, obgleich wir in unserem Versuch ohne Gott leben zu können die quälende innere Stimme, die nach mehr und nach uns übersteigender Größe dürstet, kaum zum Schweigen zu bringen vermögen, da wir merken, dass das, dem wir tag täglich nachrennen doch nicht alles im Leben gewesen sein kann!
„ Ihr könnt nicht zwei Herren dienen.... Ihr werdet dem einen treu sein und den anderen hintergehen„ - die Prinzipien dieser Welt, ihre Werte und Parameter stehen allenthalben den Werten und der Ethik Gottes diametral gegenüber. Wir haben uns zu entscheiden! Entweder Gott oder Geld - wem wollen Sie dienen, wer soll ihr Leben bestimmen, wer von beiden kann Sie mit Freude und Glück erfüllen?

Wenn Sie jetzt übereinstimmend mit mir den Weg Gottes gewählt haben, so stellt sich gleichwohl die Frage, wie man einen Weg zu Gott und seiner Herrschaft finden kann?
BETEN SIE - im Gebet ist uns Gott ganz nahe. Wir Sprechen somit zu unserem Schöpfer, wir tragen unsere Schuld und unsere Angst vor seine vergebenen und gütigen Augen. Im Gebet wird Gott und seine Führung erfahrbar. Durch das Gebet sensibilisieren Sie ihr „Glaubensorgan„ für die oft so leise Stimme Gottes in unserer heutigen, oft so lauten Welt. Gott wird Sie führen und leiten auf allen ihren Wegen. Legen Sie sich feste Gebetszeiten zu, beginnen und beenden Sie Ihren Tag zusammen mit Gott, danken und lobpreisen Sie Ihn und vergegenwärtigen Sie sich immer wieder - nur wenn Gott uns führt, er die Nummer Eins in unserem Leben ist - nur dann kann unsere Existenz mit Freude und Sorgenfreiheit erfüllt werden!
Im Zusammenhang des hier Gesagten stellt nun Jesus im weiteren Verlauf seiner Bergpredigt die Frage, warum wir uns denn noch sorgen? Welchen Sinn hat dieses kräftezehrende Traktat unseres Selbst?
Beenden wir endlich den Irrweg unseres „Verdienstdenkens„, dass allenthalben darauf abzielt, dass es alleinig auf uns, auf unser Werk in unserem Leben ankommt - „ Der Herr selbst muss das Haus bauen, sonst arbeiten die Bauleute vergeblich. Der Herr muss die Stadt beschützen, sonst ist jede Wache umsonst. Was könnt ihr denn ohne den Herrn erreichen? In aller Frühe steht ihr auf und arbeitet bis tief in die Nacht, mit viel Mühe bringt ihr zusammen, was ihr zum Leben braucht. Seinen Freunden gibt Gott alles im Schlaf„ ( Psalm 127,1+2). Dies bedeutet natürlich nicht, dass wir nun berechtigt seien, unser Leben für uns, ja vielmehr für unser Vergnügen an uns zu reißen. Jesus beschreibt dies mit dem Gleichnis der Vögel im Himmel, die nicht säen oder ernten oder Vorräte sammeln und Gott sie dennoch erhält und ernährt. Klammert man Gottes Existenz allenthalben aus, so müsste man sich wohl fragen, wie diese Lebewesen überhaupt ohne eigene „Verdienste„ leben, ja überleben können? Und genau hier eröffnet sich das Problem: es ist ohne Gott nicht zu erklären. Wir müssen nun einmal anerkennen, dass es nicht auf Verdienste ankommt, dass Gott seine Schöpfung erhält, trägt und beschirmt. Er braucht einen jeden Teil seiner Schöpfung als sein Werkzeug - dies ist unser aller Lebenssinn! Lernen wir zu begreifen, daß das Leben ein unverdientes, unfassbar großes Geschenk Gottes ist, das die Kategorien unserer Bedürfnisse weitaus übersteigt! Sorgen wir uns darum, „ was wir essen, trinken oder anziehen sollen„ so verkapseln wir in uns selbst und negieren die Macht Gottes - oder glauben Sie, dass Gott nicht stark genug ist Sie zu ernähren, nicht stark genug ist sie zu beschützen, nicht stark genug ist, sie in ihrem Leben zu führen?
Nehmen Sie sich Zeit um darüber nachzudenken, welche Größe das menschliche Leben hat. Jeder ist anders, jeder ist mit großen Talenten und Fähigkeiten gesegnet worden, die wir nur leider all zu oft als selbstverständlich hinnehmen. Das Wunder des menschlichen Verstands, des Hörens und Sehens - das alleinige Sorgen um unsere Bedürfnisse ist eine Verkürzung unserer Existenz und somit unseres Menschseins. Nur auf diese Weise können Sie sich Gott öffnen. Die Erkenntnis der Würde des Menschen ist zudem in meinen Augen der einzig sinnhafte Weg zur Erlangung von Selbstwertgefühl, dass wir gerade heute alle so dringend benötigen. Gehen Sie in die Natur und dies wird Sie zu der Erkenntnis führen, wie wundervoll Gottes Schöpfung ist, jede Blume und jedes Blatt und jedes Tier wird ihnen die Allmacht Gottes vor Augen führen und ihnen neue Kraft schenken. Ein Gott, der eine solche Welt erschaffen hat, der kann nur allenthalben das wahrhaft Gute, die wahrhaftige Liebe sein, vielmehr noch: er muss existieren - erkennen Sie, dass er ganz bestimmt auch Sie als einen Teil seines Werkes erhalten und beschirmen wird.

Gegen Ende der Bergpredigt führt uns Jesus zu der Einsicht, worauf es in unserem Leben nun wirklich ankommt - nur hier ist Sorge, nur hier ist Fixierung und nur hier ist unsere ganze Kraft richtig in Anwendung gebracht - in der Sorge, Gottes Liebe zu entsprechen. Dies ist und soll das Wichtigste in unserem Leben sein, „alles andere wird euch dazugegeben werden„. Die Sorge darum, der Liebe Gottes, die uns täglich entgegentritt, entsprechen zu können ist die einzige Sorge, die den Menschen über sich hinauswachsen lässt, indem er sich auf das ihn übersteigende hin öffnet und so zu wahrer Freiheit zu gelangen vermag. Die Orientierung unseres Lebens auf Gott hin ist eine Sprengung unserer Selbstverkapselung.
Als ein Mensch, der allenthalben gleichwohl wie Sie in dieser Welt lebt, weiß ich natürlich, wie schwer es ist, sich von allen Sorgen zu entledigen um sich mit ganzer Kraft dieser einen, eben genannten Aufgabe hingeben zu können.
Es ist schwer, hingegen nicht unmöglich.
Was heißt das?

Wenn Sie wiedereinmal von Sorgen geschüttelt werden, Sie nicht mehr ein noch aus wissen, so fragen Sie sich, ob der Ausgang dessen, worüber Sie sich sorgen, tatsächlich in ihrer Hand liegt. Ich garantiere ihnen - es liegt nicht in ihrer Hand, da Sie sich sonst keine Sorgen machen würden - oder?
Konzentrieren Sie sich mit ganzer Kraft auf den Augenblick, was Gott gerade jetzt von ihnen will, wer gerade jetzt ihre Hilfe braucht, wer gerade jetzt ihr Nächster ist! Füllen Sie ihre Gedanken mit der Frage, wie Sie jetzt und an jedem anderen Tag in ihrem Leben Gott eine Freude machen können. Vielleicht dadurch, sich nicht mehr zu sorgen?
Erkennen Sie, das Gott die Mitte ihrer Existenz ist - dies ist das beste Mittel gegen Ängste und Depressionen!

Das Leben im Augenblick - damit beendet auch Jesus seine Ausführungen über das rechte und das falsche sorgen der Menschen. „ Quält euch nicht mit Gedanken an morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Ihr habt genug zu tragen an der Last von heute„, oder wie es Dietrich Bonhoeffer ausdrückte: „ Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz bestimmt an jedem neuen Tag„. Gott wird auch morgen für Sie da sein, sorgen Sie sich nicht über Dinge, die Sie sowieso nicht beeinflussen oder erahnen können. Das Leben begenet uns nuneinmal in Fragmenten. Widerstehen Sie der Versuchung, im voraus erahnen zu wollen, was denn alles passieren könnte. Eine Weisheit lautet: der Mensch denkt, Gott lenkt. Alle ihre Sorgen über die Zukunft sind vergebens, da sie Gottes Plan für Sie nicht kennen. Niemand außer dem Vater kann ihn kennen. Die Vorsehung - diese Erfahrung werden sicherlich auch Sie gemacht haben - geht sehr oft wundersame Wege! Lassen Sie nicht zu, dass der Götze Zukunft die Gegenwart frisst. Begegnen Sie Sorgen und Herausforderungen der Zukunft mit dem Grundbewusstsein, dass Gott es nicht zulässt, das ihnen etwas zustößt. Das ist gewiß. Alles was passieren wird, dient unserem Heil und Erlösung. Also wenn Sie vor einer Herausforderung in der Zukunft Ängste entwickeln, fragen Sie sich nur: wie wird wohl Gott diese Situation zu meinem Vorteil nutzen? Danach, lassen Sie das Problem los und übergeben es Gott!! CARPE DIEM - leben Sie den Tag, denn nur Gott weiß, was morgen sein wird. Diese Einstellung wird Sie zu inneren Frieden und Gelassenheit führen, wie Sie sie noch nie erlebt und verspürt haben.



Geben Sie Gott den ersten Platz in ihrem Leben und Sie werden erkennen, das ihnen „ alles andere dazugegeben wird„. Erleben Sie die Größe ihres Lebens und erfreuen sich daran. Gott hält seine ganze Schöpfung und Sie als einen Teil davon fest in seiner väterlichen Hand. Seien Sie gewiss, daß weder Hohes noch Tiefes, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges oder eine andere Kreatur uns scheiden können von der Liebe Gottes, welche ist in Christus Jesus, unserem Herrn ( Römer 8;38). Sorgen Sie sich nur darum, dem unermesslichen Geschenk der Liebe Gottes mit ihrem Leben zu entsprechen. Öffnen Sie sich für Gott und seine heilende Macht, leben Sie im Jetzt und Hier und seien Sie gewiss, dass Gott auch morgen für uns sorgen wird.