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Angst?

Angst?

„Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr damit euer Leben auch nur um einen einzigen Augenblick verlängern? Wenn ihr aber euer Leben nicht um eine Sekunde verlängern könnt, was sorgt ihr euch um all die anderen Dinge?„ ( Lukas 12;25-36) - betrachtet man dieses Ausspruch Jesu einmal genauer, so führt uns dies zu der Erkenntnis, welch einen Schatz uns Christus mit dieser Aussage an die Hand gegeben hat.
In einer Welt, die sich rasant täglich verändert, in der der Mensch sich immer und immer wieder auf völlig neue Lebenssituationen einstellen muss - gerade hier entfaltet sich der Nährboden für Ängste aller Art. Natürlich, Angst ist grundsätzlich ein notwendiges und wichtiges Gefühl - nur da wir allenthalben nicht mehr den körperlichen Gefahren unserer Vorfahren ausgesetzt sind, sollte

uns diese Verhaltensform normalerweise recht selten im Alltag begegnen? Nur leider tut sie das nicht. Viele Menschen - und ich befürchte, es werden wohl immer mehr dazu kommen - begegnen ihrem Leben mit Gefühlen der Unsicherheit und Angst. Werde ich meinen Job behalten? Komme ich gut bei den Leuten an? Verdiene ich genug? Wie geht es in meinem Leben weiter?

Woher kommen diese Ängste?

Betrachtet man die Lebensweise unserer Vorfahren, so fällt einem unweigerlich auf, daß die Lebensumstände sicherlich deutlich schwerer waren - hätte man unseren Urgroßeltern einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine in die Wohnung gesetzt, so hätten diese vermutlich einen solchen technischen Fortschritt, der für uns heute so normal ist wie duschen, gar niemals glauben können.
Hingegen steht nun einmal fest, dass es in den vergangenen Zeiten wohl eindeutig weniger Nervenzusammenbrüche und Angsterkrankungen gab, als dies heutzutage der Fall ist. Die Menschen damals standen in einer tieferen Verwiesenheit zu Gott - bei Ihm fanden sie Trost und Erbauung - nichts war natürlicher, als zu Festtagen und Sonntags in die Kirche zu gehen - ein Zustand, der in unserer heutigen Zeit allenthalben von einer kleinen Minorität von Menschen nachvollziehbar erscheinen kann.
Eine Grunderkenntnis, die ich in meinem bisherigen Leben erfahren habe, ist die, dass der Mensch nun einmal - dem Calvinistischen Menschenbild folgend - ein unzulängliches Wesen ist. Er ist von Gott nicht erschaffen worden, im Alleingang seines Emanzipationswillens sein Leben bestreiten zu müssen. Gott hat uns in seine Hand eingebettet - er hat uns in einer tiefen, ja vielmehr noch lebensnotwendigen Verwiesenheit auf sich hin geschaffen. Versucht nun der Mensch, sich dieser Verwiesenheit zu entziehen - also vom Lichtkreis Gottes zu entfernen - so wird er wohl sehr bald bemerken, dass er damit sein „Lebenshaus„ auf sandigen Boden gebaut hat. In der Sturmflut der äußeren Umstände, die wohl keinem von uns vorenthalten bleiben werden, wird der Mensch orientierungslos, da er an keinem Punkt sich standzufassen vermag. Halt und Zuversicht kann man nur im Großen, uns und unsere Lebensumstände übersteigenden - in der Liebe und der Macht Gottes - finden. Eins ist allenthalben sicher - versuchen wir, unser Leben aus uns heraus ohne Gott leben zu wollen, so öffnen wir Ängsten aller Art Tür und Tor. Wie soll man gelassen und angstfrei durch dieses Leben schreiten ohne die Gewissheit, in allen uns begegnenden Umständen von Gott getragen und geschützt zu sein. Ohne die Gewissheit, dass alles, was uns begegnet unserer Errettung und somit zu unserem Besten geschieht, kann das Leben sehr schnell zu einer verzweifelnden Angelegenheit werden.

Werden wir uns endlich bewusst, dass wir Gott brauchen, dass wir kleine und unbedeutende Wesen sind, deren Überheblichkeit Gott gegenüber selbst zerstörerisch wirken wird.

Unser tag tägliches Sorgen beruht in meinen Augen in einer ständigen Überschätzung unserer Einflussmöglichkeiten, die aus einem fehlenden Vertrauen zu Gott seinen Nährboden findet.
Denken Sie einmal darüber nach, wie wenig eigentlich in unserer Hand steht und wie sehr wir auf Gottes Barmherzigkeit und Liebe angewiesen sind. Wenn Sie sich von Ängsten und Sorgen befreien wollen, so müssen Sie sich immer fragen, ob das, worüber ich mir Sorgen mache, sich meiner Beeinflussbarkeit unterwirft. Sehr oft grübeln wir darüber nach, was wohl schlimmes uns passieren kann, wie wir nur damit umgehen sollen - in den meisten Fällen treffen unsere Befürchtungen nicht ein - das macht allerdings die schlaflosen Nächte und die gesundheitlichen Auswirkungen nicht wieder rückgängig!!!
Fragen wir uns also immer, wenn Dunkelheiten von Ängsten und Sorgen uns umgeben, was ich tun kann und was man Gott überlassen muss. Sie werden feststellen, wie wenig Sie meistens tun können und wie viel mehr in Gottes Hand liegt. Leben wir in dem Vertrauen, dass Gott uns liebt und nichts tun würde, was uns Schaden zufügen könnte - worüber um Himmels willen sollen wir uns Sorgen machen?
Leben Sie von Gott her und auf Gott hin - Vertrauen Sie der Macht seiner Stärke - nur so werden zu der Erkenntnis Hiobs gelangen, der in größter Not wusste:„Ich weiß dass mein Erlöser lebt „( Hiob 19).