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Lieder zum Lob und Dank Gottes

Nun danket all und bringet Ehr (Sirach 50,24)

2. Ermuntert euch und singt mit Schall / Gott, unserm höchsten Gut, / der seine Wunder überall / und große Dinge tut;

3. der uns von Mutterleibe an / frisch und gesund erhält / und, wo kein Mensch nicht helfen kann, / sich selbst zum Helfer stellt;

4. der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, / doch bleibet guten Muts, / die Straf erlässt, die Schuld vergibt / und tut uns alles Guts.

5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, / erfrische Geist und Sinn / und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz / ins Meeres Tiefe hin.

6. Er lasse seinen Frieden ruhn / auf unserm Volk und Land; / er gebe Glück zu unserm Tun / und Heil zu allem Stand.

7. Er lasse seine Lieb und Güt / um, bei und mit uns gehn, / was aber ängstet und bemüht, / gar ferne von uns stehn.

8. Solange dieses Leben währt, / sei er stets unser Heil, / und wenn wir scheiden von der Erd, / verbleib er unser Teil.

9. Er drücke, wenn das Herze bricht, / uns unsre Augen zu / und zeig uns drauf sein Angesicht / dort in der ewgen Ruh.

Wie ist so groß und schwer die Last

2. Die Last, die ist die Kriegesflut, / so jetzt die Welt mit rotem Blut / und heißen Tränen füllt; / es ist das Feur, das hitzt und brennt, / so weit fast Sonn und Mond sich wendt.

3. Groß ist die Last, doch ist dabei / dein starker Schutz und Vatertreu / uns gar nicht unbe- kannt; / du strafst, und mitten in dem Leid / erzeigst du Lieb und Freundlichkeit.

4. Wir unsers Teils sind dir verpflicht’t / dafür, dass du dein Heil und Licht / uns niemals ganz versagt; / viel andre hast du abgelohnt, / uns hast du ja noch oft verschont.

5. Wie manchmal hat sich hier und dar / ein großes Wetter der Gefahr / um uns gezogen auf; / dein Hand, die Erd und Himmel trägt, / hat Sturm und Wetter beigelegt.

6. Wie oftmals hat der Tag und Nacht / der Feinde List und große Macht / uns, deine Herd, umringt; / du aber, o du treuer Hirt / hast unsern Wolf zurückgeführt.

7. Viel unsrer Brüder sind geplagt, / von Haus und Hof dazu verjagt; / wir aber haben noch / beim Weinstock und beim Feigenbaum / ein jeder seinen Sitz und Raum.

8. Sieh an, mein Herz, wie Stadt und Land / an vielen Orten ist gewandt / zum tiefen Unter- gang; / der Menschen Hütten sind zerstört, / die Gotteshäuser umgekehrt.

9. Bei uns ist ja noch Polizei, / auch leisten wir noch ohne Scheu / dem Herren seinen Dienst; / man lehrt und hört ja fort und fort / alltäglich bei uns Gottes Wort.

10. Wer dieses nun nicht will verstehn, / lässts in die Luft und Winde gehn / und bei so hellem Licht / nicht Gottes Gnad und Güt erkennt, / der ist fürwahr durchaus verblendt.

11. O frommer Gott, nimm von uns hin / solch Unvernunft, richt unsern Sinn, / dass wir zur Dankbarkeit / mit Lobgesang und süßem Ton / uns finden stets vor deinem Thron.

12. Nicht unserm Werk, nicht unserm Tun, / allein dir, dir, o Gnadenbrunn, / gebührt all Ehr und Ruhm. / Wir haben Zorn und Tod verschuldt, / du zahlest uns mit Lieb und Huld.

13. Lass diese Lieb, als eine Glut, / in uns entzünden Herz und Mut, / gib engelische Brunst, / dass alle unsre Äderlein / zu singen dir bereitet sein.

14. Lass auch einmal nach so viel Leid / uns wieder scheinen unsre Freud, / des Friedens Angesicht, / das mancher Mensch noch nie einmal / geschaut in diesem Jammertal.

15. Sind wir nichts wert, so sieh doch an / die, so kein Unrecht je getan, / die kleinen Kinder- lein; / solln sie denn in der Wiegen noch / mittragen solches schweres Joch?

16. Erbarm dich, o barmherzigs Herz, / so vieler Seufzer, die der Schmerz / uns aus dem Herzen zwingt. / Du bist ja Gott und nicht ein Stein, / wie kannst du denn so harte sein?

17. Wir sind an bösen Wunden krank, / voll Eiter, Striemen, Kot und Stank, / du Herr bist unser Arzt! / Geuß ein, geuß ein dein Gnadenöl, / so wird geheilet Leib und Seel.

18. Nun, du wirsts tun, das glauben wir, / obgleich noch wenig scheinen für / die Mittel in der Welt. / Wenn alle Menschen stille stehn, / dann pflegt dein Helfen anzugehn.

Ich singe dir mit Herz und Mund

2. Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad / und ewge Quelle bist, / daraus uns allen früh und spat / viel Heil und Gutes fließt.

3. Was sind wir doch? Was haben wir / auf dieser ganzen Erde, / das uns, o Vater, nicht von dir / allein gegeben werd?

4. Wer hat das schöne Himmelszelt / hoch über uns gesetzt? / Wer ist es, der uns unser Feld / mit Tau und Regen netzt?

5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? / Wer schützt uns vor dem Wind? / Wer macht es, dass man Öl und Most / zu seinen Zeiten find’t?

6. Wer gibt uns Leben und Geblüht? / Wer hält mit seiner Hand / den güldnen, werten, edlen Fried / in unserm Vaterland?

7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, / du, du musst alles tun, / du hältst die Wach an unsrer Tür / und lässt uns sicher ruhn.

8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu / und stehst uns, wenn wir in Gefahr / geraten, treulich bei.

9. Du strafst uns Sünder mit Geduld / und schlägst nicht allzu sehr, / ja endlich nimmst du unsre Schuld / und wirfst sie in das Meer.

10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, / wirst du gar leicht erweicht / und gibst uns, was uns hoch erfreut / und dir zur Ehr gereicht.

11. Du zählst, wie oft ein Christe wein / und was sein Kummer sei; / kein Zähr- und Tränlein ist so klein, / du hebst und legst es bei.

12. Du füllst des Lebens Mangel aus / mit dem, was ewig steht, / und führst uns in des Himmels Haus, / wenn uns die Erd entgeht.

13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring / und habe guten Mut! / Dein Gott, der Ursprung aller Ding, / ist selbst und bleibt dein Gut.

14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, / dein Glanz und Freudenlicht, / dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, / schafft Rat und lässt dich nicht.

15. Was kränkst du dich in deinem Sinn / und grämst dich Tag und Nacht? / Nimm deine Sorg und wirf sie hin / auf den, der dich gemacht.

16. Hat er dich nicht von Jugend auf / versorget und ernährt? / Wie manches schweren Unglücks Lauf / hat er zurückgekehrt!

17. Er hat noch niemals was versehn / in seinem Regiment, / nein, was er tut und lässt geschehn, / das nimmt ein gutes End.

18. Ei nun, so lass ihn ferner tun / und red ihm nicht darein, / so wirst du hier im Frieden ruhn / und ewig fröhlich sein.

Auf den Nebel folgt die Sonne

2. Der, vor dem die Welt erschrickt, / hat mir meinen Geist erquickt, / seine hohe stark Hand / reißt mich aus der Höllen Band; / alle seine Lieb und Güt / überschwemmt mir mein Gemüt / und erfrischt mir mein Geblüt.

3. Hab ich vormals Angst gefühlt, / hat der Gram mein Herz zerwühlt, / hat der Kummer mich beschwert, / hat der Satan mich betört: / Ei, so bin ich nunmehr frei, / Heil und Rettung, Schutz und Treu / steht mir wieder treulich bei.

4. Nun erfahr ich, schnöder Feind, / wie du’s habst mit mir gemeint, / du hast wahrlich mich mit Macht / in dein Netz zu ziehn gedacht. / Hätt ich dir zu viel getraut, / hättst du, eh ich zugeschaut, / mir zu Fall ein Sieb gebaut.

5. Ich erkenne deine List, / da du mit erfüllest bist; / du belügst mir meinen Gott / und machst seinen Ruhm zu Spott: / Wann er setzt, so wirkst du um. / Wann er spricht, verkehrt dein Grimm / seine süße Vaterstimm.

6. Hoff und wart ich alles Guts, / bin ich froh und gutes Muts, / rückst du mir aus meinem Sinn / alles gute Sinnen hin: / Gott ist, sprichst du, fern von dir, / alles Unglück bricht herfür, / steht und liegt vor deiner Tür.

7. Heb dich weg, verlogner Mund! / Hie ist Gott und Gottes Grund, / hie ist Gottes Angesicht / und das schöne helle Licht / seines Segens, seiner Gnad; / all sein Wort und weiser Rat / steht vor mir in voller Tat.

8. Gott lässt keinen traurig stehn, / noch mit Schimpf zurückegehn, / der sich ihm zu eigen schenkt / und ihn in sein Herze senkt; / wer auf Gott sein Hoffnung setzt, / findet endlich und zuletzt / was ihm Leib und Seel ergetzt.

9. Kommt’s nicht heute wie man will, / sei man nur ein wenig still: / Ist doch morgen noch ein Tag, / da die Wohlfahrt kommen mag. / Gottes Zeit hält ihren Schritt, / wann die kommt, kommt unser Bitt / und die Freude reichlich mit.

10. Ach, wie ofte dacht ich doch, / da mir noch des Trübsals Joch / auf dem Haupt und Halse saß / und das Leid mein Herze fraß: / Nun ist keine Hoffnung mehr, / auch kein Ruhen, bis ich kehr / in das schwarze Totenmeer.

11. Aber mein Gott wandt es bald, / heilt und hielt mich dergestalt, / dass ich, was sein Arm getan, / nimmermehr gnug preisen kann; / da ich weder hie noch da / einen Weg zur Rettung sah, / hatt ich seine Hilfe nah.

12. Als ich furchtsam und verzagt / mich selbst und mein Herze plagt, / als ich manche liebe Nacht / mich mit Wachen krank gemacht, / als mir aller Mut entfiel: / tratst du, mein Gott, selbst ins Spiel, / gabst dem Unfall Maß und Ziel.

13. Nun, so lang ich in der Welt / haben werde Haus und Zelt, / soll mir dieser Wunderschein / stets vor meinen Augen sein. / Ich will all mein Leben lang / meinem Gott mit Lobgesang / hierfür bringen Lob und Dank.

14. Allen Jammer, allen Schmerz, / den des ewgen Vaters Herz / mir schon jetzo zugezählt / oder künftig auserwählt, / will ich hier in diesem Lauf / meines Lebens allzuhauf / frisch und freudig nehmen auf.

15. Ich will gehn in Angst und Not, / ich will gehn bis in den Tod, / ich will gehn ins Grab hinein / und doch allzeit fröhlich sein. / Wem der Stärkste bei will stehn, / wen der Höchste will erhöhn, / kann nicht ganz zugrunde gehn.