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Vita

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Biografie



Als nach Maria Jepsen in Hamburg und ihrer „linken Amtsschwester“ Margot Käßmann mit Bärbel Wartenberg-Potter im Jahr 2001 noch eine dritte Frau zur evangelischen Bischöfin berufen wurde, witterte die Presse „feministische Machtübernahme in der nördlichsten deutschen Landeskirche“. Margot Käßmann nimmt solche Klischees gelassen: „… die Schlagworte ‘links’ und ‘Feminismus’ werden offensichtlich jeder Frau im Amt angehängt und als ‘Schreckgespenster’ zur Dramatisierung benutzt.“ Seit 1999 leitet Margot Käßmann die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannover und hat mit ihrem sympathischen und unverkrampften Auftreten weit über Kirchenkreise hinaus ein großes Publikum gewonnen.

Mit größtem Engagement setzt sie sich für die Schwerpunkte ihrer Arbeit – Frauen, Ökumene, geistliche Leitung und Zukunft der Kirche – ein, und arbeitet in vielen wichtigen Gremien mit, u.a. dem Ökumenischen Rat, dem Rat der EKD, sowie der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer. Bei Fernsehauftritten mit männlichen Kollegen kann sie sich mit Kompetenz und freundlicher Selbstsicherheit durchsetzen. In zahlreichen Veröffentlichungen, Predigten und Vorträgen gibt sie überzeugende Antworten auf Fragen der Gegenwart, z.B. Frieden und Gewaltüberwindung, Ökologie, Frauen in Führungspositionen, Ehe, Scheidung, Pubertät und Kindererziehung. Wie drängend solche Fragen sind, zeigt die große Zahl von Briefen, mit denen sich Rat suchende Menschen an sie wenden – in ihren klugen, mitfühlenden und sehr modernen Antworten gibt Käßmann auch viel von sich selber preis (z.B. dass sie besonders gut beim Joggen beten kann).




Herausforderung

Margot Käßmann ist in Marburg (Lahn) geboren, studierte Theologie in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg. 1985 wurde sie zur Pfarrerin ordiniert und promovierte 1989 mit einer Dissertation über „Armut und Reichtum als Anfrage an die Einheit der Kirche“. 1981 heiratete sie den Pfarrer Eckhard Käßmann, mit dem sie gemeinsam von 1985-1990 ein Gemeindepfarramt versah. Die beiden haben vier Töchter (Sarah 1982, Hanna und Lea 1986 und Esther 1991).
Margot Käßmann kann Vorbild sein für andere Frauen, die sich für Erhalt und Erneuerung der Kirche einsetzen. Sie sollten ihre Mahnung ernst nehmen, dass sie nicht besser sein müssen als Männer, dafür mehr eigene weibliche Kompetenzen einbringen sollten. Die Hoffnung ist nicht unbegründet, dass Frauen wie Käßmann dazu beitragen können, der Kirche wieder zu mehr Anziehungskraft zu verhelfen und, wie sie meint, der „diffusen Sehnsucht der Menschen nach Religion“ Orientierung zu bieten.
Nachtrag: Im Mai 2007 reichte Margot Käßmann die Scheidung ein – „ein unendlich schwerer Schritt“, wie sie sagte. Es ist das erste Mal, daß eine amtierende Bischöfin sich scheiden läßt. Der Kirchensenat erklärte, ihr „in ihrer schwierigen Situation zur Seite stehen und sie in der bewährten Führung ihres Amtes mit allen Kräften unterstützen zu wollen.“.

Am 24. Februar 2010 trat Margot Käßmann wegen einer Verfehlung (Alkohol am Steuer) nach knapp viermonatiger Amtszeit von ihrem Amt als Ratsvorsitzende der EKD und auch als Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers zurück. Sie bleibt Pastorin in Hannover.