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Die Aussendung der Jünger Christi

Seid ein Bild Christi!

Der Friede des Herrn sei alle Zeit mit euch allen.

Liebe Schwestern und Brüder,

hohe Anforderungen stellt Christus an seine 12 Jünger. Er sendet sie in die Welt, eine Welt, die wie Wölfe über sie herfallen wird. Und doch sendet er sie.
Glauben, die Mission das Evangelium allen Völkern zu verkünden kann und muss frei machen von allem Sicherheitsdenken. Denn eines ist gewiss: die Welt haßt diesen Christus, diesen Aufrührer und Querdenker, denn er bekennt, das die Werke dieser Welt böse sind.
Er ist kein Pessimist, kein Schwarzdenker. Er ist Realist, der gekommen ist, diese Welt zu retten, sie wieder auf den Vater hin zu führen. Denn nur so wird es Rettung geben, nur so haben wir Menschen und diese Welt Zukunft, eine Zukunft der Liebe, die auf die Vergangenheit des Hasses und der Verachtung folgen soll, folgen muss.

Das Himmelreich ist nahe gekommen – das ist die Nachricht, die Christus dieser Welt überbringt. Gott hat seine Welt und seine Kinder nicht vergessen, auch wenn wir es manchmal denken.
Gott hat sich uns allen offenbart in seinem Sohn, dem Messias, dem fleischgewordenen Wort. Es gibt keine Zweifel mehr, wie man es auch betrachten mag. Dieser Jesus war und vielmehr ist der Sohn Gottes, daran kann keine Verwissenschaftlichung des Glaubens, kein sezieren eines zum historischen Menschen degradierten Messias etwas ändern. Gott ist, war und wird immer sein.
So einfach ist seine Botschaft.
Das Himmelreich ist nahe, die Versöhnung Gottes mit den Menschen ist greifbar, spürbar, ganz nahe bei einem jeden.
So einfach ist die Botschaft Gottes und gleichermaßen so gefährlich.
Die Jünger, ein jeder, der sich zu Christus bekannte stand schon mit einem Bein im Kerker. Denn die Welt liebte ihre Dunkelheit und verachtete das Licht, das ihr geschenkt wurde.
Verfolgung, Angriffe, Verachtung – das ist es, was den Jüngern des Herrn nicht erspart, nicht von den Schultern genommen werden wird.
Diesen Christus zu verkünden ist nicht leicht. Das wissen wir.
Dennoch: nichts kann uns Gläubige von dieser wohl wichtigsten Lebensaufgabe entbinden, egal wie schwer oder leidvoll unser Leben danach werden wird, werden kann.

Christ sein, das ist mehr als der sonntägliche Kirchgang. Christsein ist Lebensform, ist Ausdruck einer Haltung, die durch nichts erschüttert werden kann und darf. Der Christ sucht seine Hoffnung und Kraft nicht in sich oder der Welt, sondern allein bei seinem Herrn am Kreuz.
Bis auf Johannes finden im Laufe der Zeit alle 11 Jünger Christi den Märtyrertod. Denn wo Machtgefüge kritisiert, wo eine religiöse Elite den Spiegel vorgehalten bekommt, da ist die Verachtung groß.
Doch schauen wir nicht nur zurück. Der christliche Glaube wird immer noch in vielen Teilen dieser Welt verachtet, seine Gläubigen misshandelt, verpönt, sogar getötet.
Was ist nur los mit dieser Welt, das ein gelebter Glaube so oft als Bedrohung, als verachtenswert Gebranntmarkt wird?
Das Evangelium kennt die Antwort: „Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr“ ( Mt.10, 25.
Wer mit Christus geht, wer wirklich ein Bild Christi in dieser Welt werden will, der muss sich an den Leiden Christi orientieren. Christ sein ist nicht bequem, öffentlichkeitswirksam. Christ sein heißt gestern wie heute für etwas einzutreten, was größer ist als man selbst.

Natürlich wissen wir wie schwer es geworden ist, für etwas aufzustehen, sich für etwas einzusetzen, was man als richtig und wahr erkannt hat.
Denn wir wissen: wir leben in einer Welt, die Widerspruch fast nie duldet. Ein Wort gegen den Chef, der andere drangsaliert kann den Arbeitsplatz gefährden, egal, wie recht wir mit unserer Äußerung hatten. Denn nur allzu oft habe ich gesehen, das Recht haben und Recht bekommen zwei ganz voneinander getrennte Sphären sind.
Ja, wir leben in einem demokratischen Land, in dem die Meinungsfreiheit verfassungsrechtlich geschützt ist. Dennoch erkennen wir: wir haben uns zu entscheiden.

Wer ist in unserem Leben die höchste Autorität: die Angepasstheit, der Frieden dieser Welt, den wir mit schweigen und ducken bezahlen müssen? Oder aber wir folgen in allen Dingen dem Evangelium Christi, denn er allein ist unser Herr.
Doch dabei erkennen wir ganz klar, das hierbei Konflikte und Auseinandersetzungen folgen werden, Spott, Hohn, verbale Verletzungen werden dann für uns keine Fremdwörter mehr sein.
„Es ist dem Jünger genug wenn er sei wie sein Meister“ – in diesem Wort Jesu erkenne ich eine klare Anforderung an uns alle. Christus, der Außenseiter und Rebell, Verfolgter und Verachteter war in dieser Welt wird uns in allem beistehen, wo wir wegen seines Namens und dem Wort des Evangeliums Verfolgung und Verletzung erleiden. Er schenkt uns die Kraft, der Welt zu sagen, von welcher Hoffnung wir getragen werden, er wird uns stärken, wenn auch die ganze Welt gegen uns zu sein scheint. Das ist der einzige klare und aufrechte Weg, Christus unserem Herrn immer und überall zu folgen.

II.) Tut Wunder ohne Lohn

Doch Christus gibt seinen Jüngern noch ein Weiteres auf den Weg.
Er spricht: „8 Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch.“

Wird man so zu einem lebendigen Bild Jesu in dieser Welt?
Sicherlich, spektakulär klingt es, wenn man als Jünger des Herrn davon hört, selbst solche Wunder wirken zu können. Wirklich aufregend.
Doch sind wir Christen heute viel unspektakulärer unterwegs. Das Wirken von Wundern, von Ereignissen, die logisch nicht nachvollziehbar sind – das ist doch wohl eher einigen Wenigen auf dieser Welt vorbehalten.
Dies lehren uns die Seligen und Heiligen der Kirchen. Menschen, durch die das Licht Gottes ganz hell wurden, ganz gottgetränkt in dieser Welt lebten. Es waren nicht die Privilegierten, die Einflussreichen, denen Gott Besonderes schenkte. Denn eines weiß ich: Gott steht den Kleinen, Unscheinbaren unendlich viel näher als jedem, der sein Leben auf das Fundament von Erfolg und Einfluss erbaut.
Und daraus erkennen wir: Christus kommt es nicht auf das Spektakel von Wunderwirkungen an. Seine Mission ist denen die an ihn glauben, denen, die ihm nachfolgen, seine Liebe in diese Welt zu bringen.
Nichts was wir in seiner Liebe tun, welchen Dienst auch immer Christus uns zur Verrichtung gab – sei es der Heilige oder die einfache Krankenschwester, sei es der Papst oder der Arbeiter in der Fabrik – ein Jedes, das aus Liebe zur Verherrlichung Gottes auf Erden getan wird, ist Mission, ist der schmale Weg der letztlich zu Christus selbst führen wird.
Eines wird auch hier ganz deutlich: alles was wir wirken wirken wir durch den Geist Christi. Seine Kraft und seine Liebe tragen wir in die Welt. Selbsterhöhung, Prahlerei, Stolz – all das steht keinem zu, wie wunderbar auch das eigene Wirken auch erscheinen mag. Denn wir erkennen: Gott bewirkt das Wollen und das Vollbringen!

Die zweite Säule, auf der das Bild Christi steht ist also: bringt die Liebe Gottes, bringt eure Gaben und Fähigkeiten ein in diese Welt.
Geht hinaus in alle Welt um Zeugnis für diesen Gott zu geben.
Und niemals sollen wir vergessen: Gott vollbringt das Wollen und das Vollbringen. Niemand erfüllt seine Lebensaufgabe ohne die Hilfe des Herrn. Niemand kann dies gelingen, denn groß ist die Aufgabe Christus und das Evangelium in dieser Welt abzubilden, klein ist unsere eigenste Kraft, einer solchen Mission gerecht werden zu können.

„Werdet ruhig vor dem Herrn und erwartet gelassen sein tun“ ( Ps. 137)

„Fürchte dich nicht, glaube nur“ – diese Worte, die Christus an den Vater richtete, dessen Tochter gestorben war, erscheinen hier in einer ähnlichen Weise.
Christus sendet seine Jünger hinaus in die Welt ohne materielle Absicherung – kein Proviant, keine Schuhe, kein Geld – nichts davon braucht ein Apostel des Herrn, dessen Glaube erkannt hat, das Gott dies seinen Kindern schenken wird.
Christus selbst ist das beste Beispiel.
Niemals berichten die Evangelien, das Jesus mit Gepäck durch das Heilige Land gezogen ist. Denn er weiß: für wen Gott an erster Stelle steht, für den wird gesorgt. Immer!
Niemand, so erkennen wir, kann ohne ein solches Vertrauen zu Gott ein Bild Jesu in der Welt sein.
Doch bitte verstehen Sie mich nicht falsch – sie sollen nicht loslaufen und sofort alle Versicherungen kündigen, denn Gott wird es schon richten.
Dies wäre eher eine Versuchung Gottes.
Wir müssen an die Zukunft denken, wir müssen Absicherungen treffen, um der Verantwortlichkeit des eigenen Lebens nachzukommen.
Sein wir wie Christus, sein wir ein Bild des Herrn in dieser Welt. Denn was Gott uns allen zuruft: Fürchtet euch nicht, glaubt nur!
Seien wir sorglos, indem wir uns vom Licht des Glaubens leiten lassen. Wir sind geliebt von Gott, was soll uns passieren, was nicht zu unserem Besten dienen wird?
Bekämpfen wir die Sorge und Furcht mit der wirksamsten Waffe: dem Wort des Herrn.
Lassen wir in allen Dingen Platz für den Zorn Gottes. Denn wer gegen uns ist, der ist gegen Christus, und wer gegen Christus ist, der ist gegen den, der ihn gesandt hat.
Gott ist Gerechtigkeit, eine Gerechtigkeit, die weit über unser Denken hinausgeht.
Schütteln wir den Staub von unseren Füßen, wenn wir wieder einmal in der Schusslinie stehen. Wir brauchen keine Rache, wir brauchen keine Gewalt, keine Bosheit, denn Christus kämpft für uns, denn er wird es auch sein, der unsere Tränen trocknet und einem jeden seine gerechte Strafe zukommen lassen wird. Einem jeden!

Das Evangelium sagt: Wahrlich, ich sage euch: Dem Land der Sodomer und Gomorrer wird es erträglicher ergehen am Tage des Gerichts als dieser Stadt.

Das Himmelreich ist nahe – das ist der Kern der Botschaft der Jünger Christi.
Er wirkte Wunder, er lehrte das Volk wie kein anderer tun konnte und doch: die Menschen verachten ihn, verleumden und beleidigen ihn.
Christus macht hier eines ganz deutlich: wir haben eine Verantwortung, eine Verpflichtung mit der Nachfolgerschaft Christi übernommen.
Keiner kann zur Abbildung Jesu in dieser Welt werden ohne das er sein Leben dem Maßstab Gottes unterordnet. Wir können nicht einfach „wurschteln“ wie wir wollen um dann im Gottesdienst unseren Schuldenzähler sonntäglich nullen zu lassen.
Das wäre ein Glaube, der nicht trägt, der zum Treibsand für unser Leben würde.
Unser Herr heißt Jesus Christus, ihm müssen wir abbilden, sein Leben muss Schablone für uns selbst werden.

Wir alle, liebe Schwestern und Brüder, sind heute vom Herrn gesandt worden in die Welt, um sein Wort und seine Liebe zu verkünden, um das nahe gekommene Himmelreich in Christus zu verkünden.
Das ist Mission und Aufgabe für jeden Christen, egal, wo er ist, egal wer oder was er ist.
Auch wenn wir keine Wunder wirken können, so ist doch unser Glaube an einen liebenden Gott nicht Wunder genug? Was will unser Gott, als ihn zu verkünden, unser Leben zu seiner Ehre zu leben?
Es braucht keinen Heroismus, keine Opferung, um Gott wirklich zu gefallen. Er sucht unser „fiat“, unser unbedingtes Ja zu seiner Berufung und Sendung. Vertrauen wir Gott, denn er vertraut uns ohne Einschränkung!

Also liebe Schwestern und Brüder, machen wir uns auf an diesem Sonntag, folgen wir der Sendung Christi in diese Welt hinein. Warten wir nicht, brechen wir auf ihm entgegen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus

AMEN.