Hunderte Tote im islamischen Nigeria
Mordanschläge gegen Christen in Nigeria
"Selig sind, die da hungern nach der Gerechtigkeit Gottes, denn sie werden satt werden."
Liebe Schwestern und Brüder,
warum nicht mit gleicher Kraft zurückschlagen? Warum nicht Gleiches mit Gleichem vergelten? Warum nicht dem Prinzip Zahn um Zahn folgen? Haben denn Menschen, die anders Gläubige hinterrücks feige töten überhaupt noch ein Lebensrecht in dieser Welt? Also warum keine Vergeltung?
Müssen wir Christen wirklich immer die andere Wange hin halten, einem jeden, selbst jenen Menschen, die nur uns schaden, uns vernichten wollen? Sind wir verdammt zu Schafen, die freiwillig die Schlachtbank aufzusuchen haben? Selig die nach Gerechtigkeit hungern?
Jene Gedanken kamen mir, als ich den Bericht über jene Mordanschläge in Nigeria hörte. Ich wr erschrocken, entsetzt. Eine muslimische Terrorgruppe bekannte sich zu den Taten. Und was kam seitens der islamischen Elite, von all jenen, die Fahnen und Puppen verbrannten, nach der Regensburger Rede des Papstes?
Wo sind die Stellungnahmen jener, die den Islam nicht als per se gewalttätig und gefährlich verteidigten? Niemand ist da, um klar zu stellen: hier sind Menschen feige getötet worden von Menschen, die dem Inhalt und dem Glauben des Islams widerwärtig verleugnet, mit Füßen getreten haben. Wo nur sind jene Stimmen, die so feinsinnig auf uns Europäer und vor allem auf die Amerikaner nachspüren, ob nicht vielleicht doch ein Satz eine Beleidigung jenes Mohammeds gefallen sein könnte? Doch wenn niemand aufsteht, für Menschen aufsteht, denen das Leben mit einer widerwärtigen Glaubenslegitimation genommen wurde - dann ist jene Religion am Ende. dann ist der Islam zu einer einzigen Terrorzelle entartet, der dann beigekommen werden muss, mit welchen Mitteln auch immer.
Keiner darf eine Religion tolerieren, die ihrerseits Mord und Totschlag blaspehmisch verbrämt mit Inhalten eines Glaubens, der doch gerade dann letztlich an sich selbst zerbrechen muss.
Gerade jetzt sind unsere Gedanken bei unseren nigerianischen Schwestern und Brüdern. Wir trauern um jene, die jenem Anschlag voller Feigheit mit dem Leben bezahlen mußten, einem Leben, das nunmehr von Christus unserem Herrn aufgefangen, gehalten, geliebt wird.
In der Bergpredigt lesen wir von der Gerechtigkeit Gottes. Nun fragt man sich: was ist daran gerecht, das jene friedfertige Menschen dahingemetzelt werden von Männern, die an ihrem Glauben scheinbar wahnsinnig geworden sind? Wo ist die Gerechtigkeit?
Christus spricht in seiner Bergpredigt von der Gerechtigkeit Gottes. Sicher, hier spricht Jesus von einer Gerechtigkeit, die nicht in unser Bild von Recht zu passen scheint. Der normale Instinkt befielt immer das aktive handeln, das vergelten dort, wo Unrecht geschah, wo Unrecht gesühnt werden muss.
Doch wohin führt solch eine Vergeltungsromantik? Zu noch mehr gewalt, zu noch mehr Toten, zu nochmehr Unruhen und Ausschreitungen.
Wäre das im Sinne Christi? Im gerade am ausklingenden Weihnachtsfest kündet man vom Friedensfürsten, der in diese Welt kam, um jene zu retten, nicht zu richten. Doch klar ist: es wird eine Gerechtigkeit Gottes geben, Unrecht wird nicht vergessen, da immer auch gegen Gott Unrecht forciert wird. Denn in jedem Leidenden, in jedem Opfer von welcher Tat auch immer, ja vielmehr noch in jedem Menschen ist Christus gegenwärtig. "Wer euch verachtet, der verachtet mich, und wer mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat" - so die Worte Jesu. Keine Tat wird vergessen, nichts wird beschönigt oder vertuscht.
Für mich sind diese Worte ein großer Trost. Oftmals stehen wir mit unseren Gedanken des Zorns und dem Wunsch nach Vergeltung allein vor Gott, immer in einem Konflikt zwischen Vergeltung und Vergebung. Dennoch: Vergebung kann erst erteilt werden, wenn wir unseren Zorn weg gegeben, ja vielmehr übergeben haben. Denn wenn wir uns ehrlich fragen, was mit einer Sühne in dieser Welt geholfen wäre, so müßten wir feststellen: wir hätten allein dem Karussell der Gewalt gedient.
Wenn Unrecht mich betrifft, wenn Menschen denken, einfach mal so auf einem herumzutreten dann ist mir klar, das die das, was sie mir antaten, hundert mal stärker vergolten bekommen, nämlich mit der Gerechtigkeit Gottes, nach der wir alle hungern. Jene Sühne wird umso schwerer, als das das letzte Wort Gottes am Ende der Zeit ein wirklich letztes, endgültiges, ewiges Urteil sein wird. Irdische Rachegelüste wenden sich fast immer gegen den, der jene Gewalt einsetzen wollte. Damit wäre das Opfer zwei mal bestraft. Machen wir es jenen Menschen, die unser Leben attackieren, angreifen, mit Füßen treten nicht so leicht mit einer Vergeltungsmaßnahme á la carte. Übergeben wir alles unserem Herrn und Gott. Er wird jenen, die sich jetzt vielleicht noch sicher, noch überlegen empfinden, das rechte Maß zuteilen. Die Kraft, die wir aus dem Glauben an Gott empfangen wird uns trösten. Denn: selig sind jene, die hungern nach der Gerechtigkeit Gottes, denn sie werden satt werden!"





