Heimgang von Peter Alexander
Eine Legende kehrt heim
In der gestriegen Nacht vom Samstag zum Sonntag erlag Peter Alexander seiner Erkrankung.
Das Ausnahmetalent der Fernsehunterhaltung wurde 84 Kahre alt. Seit 1990 hatte sich der Entertainer in den Ruhestand zurück gezogen.
Ich erlebte die Nachricht von seinem Tod als großen Schock. Hier ist ein Mann gestorben, der wie kein Zweiter eine Begabung zur Unterhaltung besaß. Und dennoch war sein Humor nicht oberflächlich, so wie auch er tiefgründig, innerlich, nachdenkend war abseits von Publikum und Kameras.
Gerade deshalb war sein Leben oftmals eine lange Reihe von Überwindungen, denn sein Naturell war nicht exhibitionistisch. Und dennoch ließ er seine Begabung nicht verfallen, er arbeitete wie kaum ein Anderer. Disziplin und Härte gegen sich selbst. Die eben andere Seite des Peter Alexander, eine Seite allerdings, die nur wenige kannten.
Doch auch er wurde nicht von Schicksalsschlägen verschont. Erst der Tod seiner Frau, die er abgöttisch geliebt hatte. Sie war die zweite Seite einer Einheit, ohne die unser Peter nicht das hätte erreichen können, was er letztlich geworden ist: eine Legende. Ich kenne keinen Zweiten, der eine solche Vielfalt an Begabungen und Talenten in sich vereint hatte. Der liebe Gott hat ihn reich beschenkt. Doch das wußte er auch. Denn wo man auch auf ihn stieß - keine Spur von Arroganz, von Protzertum oder gar Majestätsgebärden. Er war, ist und bleibt der Peter, der chamrmante Lausbub mit einem Charisma, das man nicht kopieren, nicht einüben oder übernehmen kann.
In 2009 traf dem zurückgezogenen Peter Alexander ein weiterer, vielleicht sogar der letzte große Schicksalsschlag. Seine Tochter, die nach dem Tod der Mutter die Seelenstütze seines Lebens wurde, seine Tochter, die es verstand, den innerlichen, sensiblen Vater über den hohen Berg der Trauer um die wirkliche andere Hälfte seines Seins, zu bringen. Doch dann das Unfassbare. 2009 verstirbt sie bei einem Autounfall, bei dem der Ehemann überlebte, sie hingegen hatte die Welt hinter sich lassen müssen.
Damals fragte ich mich: wie soll er das verkraften? Wer gibt ihn Trost, wer stützt seine zerstörte Seele, wer tröstet ihn mit dem Trost, den er nunmehr verloren hatte.
Am 12.02.2011 kehrte unser Peter heim zu seinen Lieben. Die Zeit der Marter, die Zeit der Einsamkeit hat nunmehr in der Gegenwart unseres Herrn ein Ende. Peter Alexander hat seine Ruhe gefunden. Und wenn auch ich mich heute fühle, als ob ich einen Freund verloren hätte, so tröstet mich doch das Wissen darum, das er jetzt das wiedergefunden hat, das die Welt ihm nicht mehr schenken konnte.
Leb wohl, lieber Peter. Bis auf ein Widersehen in einer ganz anderen Wirklichkeit.
Michael Otto
Gottseidank24.de





