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Thema: Herbstgedanken

Allerheiligen - was steckt dahinter?

Allerheiligen (lat.: Omnium Sanctorum), begangen am 1. November in der Westkirche bzw. am ersten Sonntag nach Pfingsten in den orthodoxen Kirchen, ist ein Hochfest der römisch-katholischen Kirche bzw. Principal Feast der anglikanischen Kirchen, ein Fest („Gedenktag der Heiligen“) in den lutherischen Kirchen und wird auch in weiteren protestantischen Kirchen gefeiert. An Allerheiligen wird aller Heiligen gedacht, auch solcher, die nicht heiliggesprochen wurden, sowie der vielen Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott. Der Tag kann also als Gedenktag der Heiligen bezeichnet werden, den die Kirche auch mit der Allerheiligenlitanei begehen kann.
Das Fest wurde eingeführt, da es unmöglich war, jeden Heiligen an einem besonderen Tag zu feiern. Jährliche Gedenktage für Verstorbene – ob Märtyrer, Heilige oder einfache Gläubige – gab es bereits im antiken Christentum. In den östlichen Kirchen finden sich seit Anfang des 4. Jahrhunderts dann ausdrücklich Allerheiligenfeste, die allerdings als „Herrentag aller Heiligen“ am 1. Sonntag nach Pfingsten gefeiert wurden. In der westlichen Kirche weihte Papst Bonifatius IV. am 13. Mai 609 oder 610 das heidnische römische Pantheon in Rom – zuvor das Heiligtum der antiken Götterwelt – der Jungfrau Maria und allen Märtyrern und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern. Papst Gregor III. weihte über hundert Jahre später eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte daher für die Stadt Rom den Feiertag auf den 1. November. Ende des 8. Jahrhunderts begann man an diesem Tag dieses Fest vor allem auch in Frankreich zu feiern. Allmählich verbreitete sich in der gesamten Westkirche der 1. November. Papst Gregor IV. legte 835 Allerheiligen für die gesamte Westkirche auf den 1. November fest.
In Österreich, Liechtenstein, den katholisch geprägten Kantonen der Schweiz (siehe Feiertage in der Schweiz), den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie in Luxemburg, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, Polen, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Slowakei und Litauen ist Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag. In Schweden fällt der Feiertag auf den Samstag nach dem 1. November. In den Niederlanden wurde Allerheiligen als gesetzlicher Feiertag 1960 abgeschafft.

In den genannten deutschen Bundesländern ist Allerheiligen ein sogenannter stiller Feiertag. Das heißt, dass an diesem Tag keine Tanzveranstaltungen durchgeführt werden dürfen und laute Musik verboten ist (Tanzverbot).
Vom oberösterreichischen Inn- und Hausruckviertel bis zum südostbayerischen Chiem- und Rupertigau waren aus Hefeteig geflochtene Zöpfe sehr beliebt als Allerheiligengebäck. Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten. Ein derartiger aus Hefeteig geflochtener Zopf wird in der nördlichen Oberpfalz zu Allerheiligen als „(Allerheiligen-)Strietzl“ vom Firmpaten an sein Firmkind verschenkt.

Am Tag nach Allerheiligen begeht die römisch-katholische Kirche den Allerseelentag, an dem der Armen Seelen im Fegefeuer gedacht wird. Vielerorts wird die damit verbundene Gräbersegnung bereits am Nachmittag von Allerheiligen vorgenommen. Damit verbunden ist der Brauch, die Gräber vor allem mit Lichtern besonders zu schmücken. Auf den Mainzer Friedhöfen wird die traditionelle Mainzer Kerze, der Newweling, entzündet.

Im englischen Sprachraum wird Allerheiligen (engl. „All Saints“, „All Saints' Day“) häufig mit dem Prozessionslied „For All the Saints“ begangen.
Am Vorabend, dem 31. Oktober, wird in den Vereinigten Staaten und vielen Ländern Europas Halloween gefeiert. Das Wort „Halloween“ leitet sich aus der amerikanisch-englischen Bezeichnung „All Hallows Eve“ (Vorabend von Allerheiligen) ab. Neben den Wurzeln des Fests als Vorabend eines Hochfestes, an dem es üblich ist, Vigilien abzuhalten, könnte das Fest möglicherweise auch auf ältere heidnische Bräuche zurückgehen (vgl. Samhain). In der heutigen, aus Nordamerika zurückgekommenen Form hat es eine stark kommerzialisierte und säkularisierte Form angenommen.

Was es heißt "Allerseelen" zu feiern

Allerseelen (lat. In Commemoratione Omnium Fidelium Defunctorum, 2. November) ist im Festjahr der römisch-katholischen Kirche der Gedenktag, der dazu gedacht ist, durch Gebet, Almosen und Fürbitte die Leiden der Armen Seelen (der Verstorbenen im Fegefeuer) zu erleichtern und dem Gedächtnis der Verstorbenen dient. Das Fest wurde im 10. Jahrhundert durch den Abt der Benediktiner von Cluny zum Feiertag erhoben. Es wird vor allem in den Alpenländern mit zahlreichen Volksbräuchen verbunden. In der römisch-katholischen Kirche hat der Allerseelenablass eine besondere Bedeutung.

Allerseelen folgt auf den Festtag Allerheiligen am 1. November. Wo die Gräbersegnung nicht bereits am Nachmittag des Hochfests Allerheiligen stattgefunden hat, findet sie an Allerseelen statt, wohin sie eigentlich gehört.

Da Allerseelen in der liturgischen Rangordnung den Hochfesten des Herrn gleichgestellt ist, verdrängt der Gedenktag in Jahren, in denen er auf einen Sonntag fällt, den Sonntag im Jahreskreis.

In der evangelischen Kirche wird der Verstorbenen am Ewigkeitssonntag gedacht. In der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche kann der Gedenktag der Entschlafenen ebenfalls am 2. November gottesdienstlich begangen werden.

In Österreich ist Allerseelen zwar kein gesetzlicher Feiertag, aber am Allerseelentag findet an den öffentlichen Schulen kein Unterricht statt, und an den Universitäten ist der Tag vorlesungsfrei.



Der Allerseelentag am 2. November geht auf Abt Odilo von Cluny zurück; er hat diesen Gedenktag in allen von Cluny abhängigen Klöstern eingeführt. Das Dekret Odilos vom Jahr 998 ist noch erhalten. Bald wurde der Allerseelentag auch außerhalb der Klöster gefeiert. Für Rom ist er seit Anfang des 14. Jahrhunderts bezeugt. Von Cluny aus verbreitete sich der Gedenktag in der ganzen katholischen Kirche. Er steht theologisch in enger Verbindung mit der Lehre vom Fegefeuer (Reinigungsort, Purgatorium) als Ort der Läuterung der Verstorbenen, die Hilfe von den Lebenden durch Gebet, Fasten und Almosen erhalten.

Mit Ende der landwirtschaftlichen Tätigkeiten wandten die Menschen sich mehr häuslichen Fragen zu; Entscheidungen und auch Heiraten wurden oft durch Wahrsagungen entschieden.

Daneben trat das Element von der Rückkehr der Toten; am Jahresende durften die Verstorbenen ihre ehemalige Heimat wieder aufsuchen. Diesem Besuch sahen die Lebenden mit Ehrfurcht entgegen und stellten Essen für die nächtlichen Gäste bereit.

Das mexikanische Totenfest Día de Muertos geht auf eine Vermischung des christlichen Allerseelentages und indigener Traditionen zurück.

Der evangelische Ewigkeitssonntag

Ewigkeitssonntag

Der Ewigkeitssonntag oder Totensonntag ist in der evangelischen Kirche in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen. Er ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des Kirchenjahres.

Seit der Entwicklung des Kirchenjahres im Mittelalter wurden mit den letzten Sonntagen des Kirchenjahres liturgische Lesungen zu den Letzten Dingen verbunden. Während am drittletzten Sonntag das Thema „Tod“ im Mittelpunkt steht, hat der vorletzte Sonntag die Thematik „(Jüngstes) Gericht“ und der letzte „Ewiges Leben“.

Traditionell thematisiert der letzte Sonntag im Kirchenjahr in besonderer Weise die Erwartung des Jüngsten Tages. Dazu gehört als Sonntagsevangelium das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Matthäus 25). Es bildet die Grundlage für das Wochenlied, den Choral von Philipp Nicolai Wachet auf, ruft uns die Stimme (EG 147) und die darauf aufbauende Bachkantate gleichen Namens (BWV 140).

Entstehung des Totensonntags

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen bestimmte durch Kabinettsorder vom 24. April und Verordnung vom 25. November 1816 [1] für die evangelische Kirche in den preußischen Gebieten den Sonntag vor dem 1. Advent zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“. Folgende Gründe kommen dafür in Frage: das Gedenken an die Gefallenen der Befreiungskriege, die Trauer um die 1810 verstorbene Königin Luise oder auch das Fehlen eines Totengedenkens im evangelischen Kirchenjahr. Die anderen evangelischen Landeskirchen übernahmen diese Bestimmung.
Staatlicher Schutz

Der Totensonntag ist in allen deutschen Bundesländern besonders geschützt. Die Feiertagsgesetze aller Bundesländer außer Hamburg bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag oder als „stillen Tag“ oder „stillen Feiertag“, für den besondere Einschränkungen gelten;[2] dazu gehören beispielsweise Verbote von Musikaufführungen in Gaststätten, zum Teil begrenzt auf bestimmte Stunden des Totensonntags. Das Hamburger Gesetz über Sonntage, Feiertage, Gedenktage und Trauertage ermächtigt den Hamburger Senat, „durch Rechtsverordnung (…) Tage zu sonstigen Gedenk- oder Trauertagen zu erklären“,[3] was beispielsweise durch das Hamburgische Gesetz zur Regelung der Ladenöffnungszeiten (Ladenöffnungsgesetz) vom 22. Dezember 2006 erfolgt ist.[4]
Heutige Situation

Die lutherischen und unierten Agenden der 1950er Jahre versuchten im Rahmen der jüngeren liturgischen Bewegung, den endzeitlichen Charakter des Sonntags zurückzugewinnen. Deshalb findet sich der Name Totensonntag hier überhaupt nicht, sondern es ist lediglich vom Letzten Sonntag des Kirchenjahres/Ewigkeitssonntag/Sonntag vom Jüngsten Tage die Rede. Jedoch wurde ein alternatives Proprium mit dem Namen Gedenktag der Entschlafenen zur Verfügung gestellt.

Die Reformierte Liturgie (1999) führt in ihrem Liturgischen Kalender den Sonntag unter der Bezeichnung Letzter Sonntag des Kirchenjahres – Ewigkeitssonntag / Totensonntag,[5] die pfälzische Agende (2006) als Letzter Sonntag des Kirchenjahres (Totensonntag).[6] Beide führen dabei die Perikopen des Ewigkeitssonntags an, wie sie auch im Evangelischen Gottesdienstbuch wiedergegeben sind.[7]

Das Evangelische Gottesdienstbuch verzeichnete darüber hinaus jedoch noch einen Gedenktag der Entschlafenen.[8] In ihm werden biblische Lesungen vorgeschlagen, die von denen für den Ewigkeitssonntag abweichen. Für Christen ist der Tod zwar das Ende irdischen Lebens, doch wird dies in der Perspektive der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten gesehen, wie es an vielen Stellen in der Bibel beschrieben wird, z. B. Johannes 11,25 LUT. „Nach dem Willen des Ev. Gottesdienstbuches soll dort, wo es üblich ist, das Gedächtnis der Entschlafenen in einem eigenen Früh-, Predigt- oder Vespergottesdienst begangen werden …, es soll aber die Texte des Ewigkeitssonntags keineswegs verdrängen.“[9] Es wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass auch die Texte des Ewigkeitssonntags für das Totengedenken geeignet sind.

Das Totengedenken bleibt in vielen Landeskirchen der Entscheidung der Kirchengemeinde überlassen. Zumindest mit dem Verlesen der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres – das neue beginnt mit dem folgenden Sonntag, dem ersten Adventssonntag – wird ihrer in den Gottesdiensten gedacht. In vielen Gemeinden werden die Angehörigen der Verstorbenen eigens zu Gottesdiensten auf den Friedhöfen eingeladen. Das Abendmahl, sofern es an diesem Tag gefeiert wird, hat seinen Platz im morgendlichen Hauptgottesdienst. Zu den verbreiteten Bräuchen gehört es, die Gräber mit Gestecken oder Blumen zu schmücken.

Kirchliche Kreise werben dafür, aus Rücksichtnahme auf den Totensonntag mit der Weihnachtsbeleuchtung und den Weihnachtsmärkten erst in der Woche vor dem 1. Advent zu beginnen.
Der Sonntag in der Ökumene

In der römisch-katholischen Kirche wird dieser Sonntag seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils als Christkönigssonntag begangen, im altkatholischen Kalender wird dieser „Sonntag vom wiederkommenden Herrn“ genannt. Das Fest betont die Königsherrschaft Christi in Ewigkeit und weist insofern Parallelen zum Ewigkeitssonntag auf. Auch englischsprachige lutherische Kirchen, die dem Revised Common Lectionary folgen, feiern den Christkönigssonntag. Das Totengedenken erfolgt in der katholischen Tradition an Allerseelen.

Predikt Benedikt XVI - Gedanken zur Heiligkeit

Heiligkeit


Teilhabe an der Reinheit des göttlichen Seins
Die erste in Christus geoffenbarte und verwirklichte göttliche Geste ist die Erwählung der Gläubigen, die Frucht einer freien und ungeschuldeten Initiative Gottes ist. Am Anfang, »vor der Erschaffung der Welt« also, in der Ewigkeit Gottes, ist die göttliche Gnade bereit zu handeln. Es berührt mich, über diese Wahrheit nachzudenken: Von Ewigkeit her sind wir vor den Augen Gottes, und er hat beschlossen, uns zu retten. Diese Berufung beinhaltet unsere »Heiligkeit«, ein tiefes Wort. Heiligkeit ist Teilhabe an der Reinheit des göttlichen Seins. Aber wir wissen, dass Gott Liebe ist. An der göttlichen Reinheit teilhaben heisst also an der »Liebe« Gottes teilhaben, Gott ähnlich zu werden, der »Liebe« ist. »Gott ist die Liebe« (1 Joh 4,8.16). Das ist die tröstliche Wahrheit, die uns auch erkennen lässt, dass »Heiligkeit« keine unserem Leben fernliegende Wirklichkeit ist, sondern weil wir Personen werden können, die mit Gott lieben, treten wir in das Geheimnis der »Heiligkeit« ein. So wird die agape unsere tägliche Wirklichkeit. Wir werden dadurch in den heiligen und lebendigen Horizont Gottes hineingetragen.
Generalaudienz, 6. Juli 2005




Fürbitte und Nachahmung
Liebe Brüder und Schwestern, lasst uns alle gemeinsam Gott danken, der nicht aufhört, stets neue, bedeutende Vorbilder der Heiligkeit in der Kirche hervorzubringen. Wir rufen die Heiligen und Seligen als Beschützer an und zählen auf ihre himmlische Hilfe. Gleichzeitig jedoch sind wir durch ihr Zeugnis zur Nachahmung angeregt, um im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe zu wachsen. Euch alle empfehle ich der Fürbitte dieser neuen Heiligen, damit jeder von euch einen Strahl der Heiligkeit Gottes im Herzen trage und ihn in jeder Lebenslage widerspiegle. über euch wache vor allem die allerseligste Jungfrau Maria, Königin der Heiligen.
Sonderaudienz, 24. Oktober 2005





Selbstverwirklichung
Die Liturgie hält für uns den von Verwunderung erfüllten Ausruf des Apostels Johannes bereit: "Seht, wie gross die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heissen Kinder Gottes, und wir sind es!" (1 Joh 3,1). Ja, heilig werden heisst, voll zu verwirklichen, was wir schon sind, da wir in Christus Jesus zur Würde von Kindern Gottes erhoben wurden.
Angelus, 1. November 2005





Fasziniert von Gott
In der Eucharistie betrachten wir das Sakrament dieser lebendigen Synthese des Gesetzes: Christus vertraut uns in seiner Person die volle Verwirklichung der Liebe zu Gott und der Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern an. Und diese seine Liebe übermittelt er uns, wenn wir uns von seinem Leib und seinem Blut nähren. Dann kann sich in uns das verwirklichen, was der hl. Paulus den Thessalonichern in der heutigen zweiten Lesung schreibt: "Ihr habt euch von den Götzen zu Gott bekehrt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen" (Thess 1,9). Diese Bekehrung ist der Anfang des Weges der Heiligkeit, den zu gehen der Christ in seinem Leben berufen ist. Der Heilige ist ein Mensch, der so fasziniert ist von der Schönheit Gottes und von seiner vollkommenen Wahrheit, dass er nach und nach davon verwandelt wird. Für diese Schönheit und Wahrheit ist er bereit, auf alles zu verzichten, auch auf sich selbst. Ihm genügt die Liebe Gottes, die er im demütigen und uneigennützigen Dienst am Nächsten erfährt, besonders an denen, die es ihm nicht vergelten können.
Predigt am Weltmissionssonntag, 23. Oktober 2005





Mensch sein
Die Seligen und Heiligen waren Menschen, die nicht verzweifelt nach ihrem eigenen Glück Ausschau hielten, sondern einfach sich geben wollten, weil sie vom Licht Jesu Christi getroffen waren. Und so zeigen sie uns den Weg, wie man glücklich wird, wie man das macht, ein Mensch zu sein.
Köln, Gebetsvigil 20. August 2005





Primat der Heiligkeit
Ohne Christus können wir nichts vollbringen (vgl. Joh 15,5). Das Gebet verbindet uns zutiefst mit der Wahrheit und erinnert uns unablässig an den Primat Christi und in der Verbundenheit mit Ihm an den Primat des inneren Lebens und der Heiligkeit.
"Ad-limina"-Besuch der Bischöfe der kanadischen Atlantikprovinzen, 20. Mai 2006





"Ja"
Um zum Heil zu gelangen, muss man sich daher im Glauben der Gnade Christi öffnen, der dem, der sich an ihn wendet, allerdings eine anspruchsvolle Bedingung stellt: "Komm und folge mir nach!" (Mk 10,21). Die Heiligen hatten die Demut und den Mut, ihm mit "Ja" zu antworten, und haben auf alles verzichtet, um seine Freunde zu sein.[...] In ihnen finden wir die Erfahrung des Petrus vergegenwärtigt: "Du weisst, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt" (Mk 10,28). Ihr einziger Schatz ist im Himmel: es ist Gott.
Predigt bei der Eucharistiefeier zur Heiligsprechung, 15. Oktober 2006





Ein göttliches Geschenk
Wir glauben, dass die Kirche heilig ist. Wenn ihr eure Priester ermahnt, ein ihrer Berufung entsprechendes heiliges Leben zu führen, wenn ihr die hochherzige Liebe und Treue in der Ehe predigt und wenn ihr alle auffordert, Werke der Barmherzigkeit zu üben, dann ruft ihnen die Worte des Herrn in Erinnerung: "Ihr seid das Licht der Welt... So soll eurer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen" (Mt 5,14-16). Heiligkeit ist ein göttliches Geschenk, das in der Liebe zu Gott und zum Nächsten offenbar wird.
"Ad-limina"-Besuch der Bischöfe von Sambia, 13. Oktober 2006





Vorwegnahme des ewigen Lebens
Für uns Christen bedeutet "ewiges Leben" jedoch nicht nur ein immerwährendes Leben, sondern ein neues, ein anders beschaffenes Dasein, ganz eingetaucht in die Liebe Gottes, die von allem Bösen und vom Tod befreit und uns in die nie endende Gemeinschaft mit allen Brüdern und Schwestern stellt, die an derselben Liebe teilhaben. Die Ewigkeit kann daher bereits inmitten des irdischen und zeitlichen Lebens gegenwärtig sein, wenn die Seele durch die Gnade mit Gott, ihrem tiefsten Grund, verbunden ist. Alles vergeht, nur Gott ändert sich nicht. In einem Psalm heisst es: "auch wenn mein Leib und mein Herz verschmachten, Gott ist der Fels meines Herzens und mein Anteil auf ewig" (Ps 73,26). Alle Christen, zur Heiligkeit berufen, sind Männer und Frauen, die fest in diesem "Fels" verankert leben; sie stehen mit beiden Beinen auf der Erde, aber ihr Herz ist schon im Himmel, der endgültigen Wohnstatt der Freunde Gottes.
Angelus, 1. November 2006





Allerheiligen
Am Fest Allerheiligen blicken wir voll Dankbarkeit auf die grosse Schar der Gläubigen, die schon im Himmel an der Herrlichkeit Gottes Anteil haben. Wir alle sind berufen, auf dem Weg der Seligpreisungen Christus nachzufolgen, der uns in die ewige Heimat führen will. Dabei helfen uns die Heiligen durch ihr Vorbild und mit ihrer Fürsprache.
Angelus, 1. November 2006





Unzählige Schar
Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar, zu der aufzuschauen die Liturgie uns heute aufruft. In dieser Menge finden sich nicht nur die offiziell anerkannten Heiligen, sondern die Getauften aller Zeiten und Nationen, die versucht haben, mit Liebe und in Treue den Willen Gottes zu erfüllen. Von den meisten von ihnen kennen wir nicht das Antlitz und nicht einmal den Namen, aber mit den Augen des Glaubens sehen wir sie am Firmament Gottes strahlen wie herrlich leuchtende Sterne.
Predigt am Hochfest Allerheiligen, 1. November 2006





Bei Gott sein
Das also ist die Bedeutung des heutigen Hochfestes: durch den Blick auf das leuchtende Vorbild der Heiligen in uns das grosse Verlangen zu wecken, wie die Heiligen zu sein, also glücklich darüber zu sein, nahe bei Gott zu leben, in seinem Licht, in der grossen Familie der Freunde Gottes. Ein Heiliger zu sein bedeutet, nahe bei Gott, in seiner Familie zu leben.
Predigt am Hochfest Allerheiligen, 1. November 2006





Nachfolge = Heiligkeit
Aber wie können wir Heilige, Freunde Gottes werden? Auf diese Frage kann man zunächst in negativer Form antworten. Um heilig zu sein, muss man weder ausserordentliche Taten und Werke vollbringen noch aussergewöhnliche Charismen besitzen. Dann folgt die Antwort in positiver Form: Man muss vor allem auf Jesus hören und ihm dann nachfolgen, ohne angesichts der Schwierigkeiten den Mut zu verlieren. "Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mit dient, wird der Vater ihn ehren" (Joh 12, 26). Wer Jesus vertraut und ihn aufrichtig liebt, ist bereit, sich selbst zu entsagen wie das Weizenkorn, das in der Erde begraben liegt.
Predigt am Hochfest Allerheiligen, 1. November 2006





Heiligkeit führt immer durch das Kreuz
Die Erfahrung der Kirche sieht, dass jede Form der Heiligkeit, auch wenn sie unterschiedliche Wege geht, immer über das Kreuz, über die Selbstentsagung führt. Die Biographien der Heiligen beschreiben Männer und Frauen, die fügsam waren gegenüber den Plänen Gottes und die manchmal unbeschreibliche Prüfungen und Leiden, Verfolgungen und das Martyrium auf sich genommen haben. Sie harrten aus in ihrem Bemühen; es waren diejenigen – so ist in der Offenbarung zu lesen - "die aus der grossen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiss gemacht" (Offb 7,14). Ihre Namen sind eingeschrieben in das Buch des Lebens (vgl. Offb 20,12); ihre ewige Wohnstatt ist das Paradies.
Predigt am Hochfest Allerheiligen, 1. November 2006





Heiligkeit und Auseinandersetzung
Die beiden, Paulus und Barnabas, gerieten dann zu Beginn der zweiten Missionsreise in eine Auseinandersetzung, [...] (vgl. Apg 13,13; 15,36-40). Es gibt also auch unter Heiligen Auseinandersetzungen, Zwietracht und Streitigkeiten. Und dies erscheint mit sehr tröstlich, weil wir sehen, dass die Heiligen nicht "vom Himmel gefallen" sind. Sie sind Menschen wie wir, mit Problemen, die auch kompliziert sein können. Die Heiligkeit besteht nicht darin, nie einen Fehler, eine Sünde begangen zu haben. Die Heiligkeit wächst in der Fähigkeit zur Bekehrung, zur Reue, zur Bereitschaft, wieder neu anzufangen, und vor allem in der Fähigkeit zu Versöhnung und Vergebung.
Generalaudienz, 31. Januar 2007





Christus formt die heiligen Seelen
Tatsächlich ist im eigentlichen Sinn nur Jesus Christus, der "Heilige und Gerechte" ( Apg 3,14), das " Ebenbild des unsichtbaren Gottes" ( Kol 1,15). Er ist die menschgewordene Weisheit, der Schöpferlogos, der Gefallen darin findet, bei den Menschenkindern zu sein, unter denen er sein Zelt aufgeschlagen hat (vgl. Joh 1,14). In Ihm wollte Gott die "ganze Fülle" (Kol 1.19) zuteil werden lassen; oder wie Jesus selbst im heutigen Evangelium sagt: "Alles, was der Vater hat, ist mein" (Joh 16,15). Jeder einzelne Heilige hat Teil am Reichtum Christi, den er vom Vater hat und zur rechte Zeit mitteilt. Es ist immer die Heiligkeit Jesu, es ist immer Er, der "Heilige", den der Geist in den "heiligen Seelen" formt und so Freunde Jesu und Zeugen seiner Heiligkeit schafft. Und Jesus will auch uns zu seinem Freunden machen. Öffnen wir gerade an diesem Tag unser Herz, damit auch in unserem Leben die Freundschaft mit Jesus wächst, so dass wir Zeugnis ablegen können für seine Heiligkeit, seine Güte und seine Wahrheit.
Eucharistiefeier mit Heiligsprechung am Dreifaltigkeitssonntag, 3. Juni 2007





Die leuchtende Spur
Die Wahrheit Christi hat sich im Leben der Heiligen aller Jahrhunderte bewahrheitet. Die Heiligen sind eine grosse leuchtende Spur in der Geschichte, die bezeugt: Das ist das Leben, das ist der Weg, das ist die Wahrheit. Deshalb haben wir den Mut, ja zu sagen zu Christus: "Deine Wahrheit wird im Leben vieler Heiliger bestätigt. Wir folgen dir!"
Ansprache bei der Begegnung mit den Jugendlichen in Assisi, 17. Juni 2007





Das Evangelium kompromisslos leben
Ihr Vorbild [das der Märtyrer] bezeugt, dass die Taufe die Christen dazu verpflichtet, mutig an der Verbreitung des Reiches Gottes teilzunehmen und sollte es notwendig sein, mit dem Opfer des eigenen Lebens daran mitzuwirken. Gewiss, nicht alle sind zum Martyrium des Blutopfers berufen. Es gibt allerdings ein unblutiges "Martyrium", das nicht weniger bedeutsam ist,[...] es handelt sich dabei um das stille und heldenhafte Zeugnis so vieler Christen, die das Evangelium kompromisslos leben, indem sie ihre Pflicht tun und sich hochherzig dem Dienst an den Armen widmen.
Angelus, 28. Oktober 2007





In den Heiligen kommt Christus zu uns
Über die endgültige Wiederkunft Christi in der Parusie ist uns gesagt, dass er nicht allein, sondern mit allen seinen Heiligen kommen wird. So ist jeder Heilige, der in die Geschichte hereintritt, schon ein Stück der Wiederkunft Christi, ein neues Ankommen des Herrn, das uns sein Bild auf neue Weise zeigt, uns seiner Gegenwart gewiss werden lässt. Jesus Christus gehört nicht der Vergangenheit an und ist nicht in eine weit entfernte Zukunft entrückt, um die wir gar nicht bitten mögen. Er kommt in einer grossen Prozession von Heiligen. Er ist immer schon mit seinen Heiligen unterwegs zu uns, in unser Heute.
Weihnachtsempfang für die Römische Kurie, 21. Dezember 2007





Berührung mit den Heiligen
Wenn sie [die Heiligen] richtig in ihrer geistlichen Dynamik und in ihrer geschichtlichen Realität dargestellt werden, tragen die Heiligen dazu bei, das Wort des Evangeliums und die Sendung der Kirche glaubwürdiger und anziehender zu machen. Die Berührung mit ihnen öffnet den Weg für wahre geistliche Auferstehungen, dauerhafte Bekehrungen und eine Blüte neuer Heiliger. Die Heiligen bringen gewöhnlich andere Heilige hervor, und die Nähe zu ihnen oder auch nur zu ihren Spuren ist stets heilsam: Sie reinigt und erhebt den Geist und öffnet das Herz für die Liebe zu Gott und den Brüdern. Die Heiligkeit sät Freude und Hoffnung, sie antwortet auf den Durst nach Glück, den die Menschen auch heute verspüren.
Ansprache für das Postulatorenkollegium der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, 17. Dezember 2007





Ständige "Umkehr"
Wie schwierig ist der Weg der Heiligung! Er verlangt eine ständige "Umkehr", ein aufopferndes "sich selber Sterben", das die Bedingung für die vollkommene Zughörigkeit zu Gott ist, und einen Gesinnungswandel in Geist und Herz, der wahre Freiheit bringt und eine neue grosse Aufgeschlossenheit.
Predigt bei Eucharistiefeier mit Bischöfen, Seminaristen und jungen Ordensangehörigen, 19. Juli 2008





Heiligkeit ist an alle gerichtet
Wie wichtig und fruchtbringend ist es daher, die Kenntnis und Verehrung der Heiligen zu pflegen, neben der täglichen Betrachtung des Wortes Gottes und der kindlichen Liebe zur Gottesmutter! […] Ihre menschliche und geistliche Erfahrung zeigt, dass die Heiligkeit kein Luxus und kein Privileg für einige wenige ist. Und auch kein Ziel, das ein normalsterblicher Mensch nicht erreichen könnte. In Wirklichkeit ist sie die gemeinsame Bestimmung aller Menschen, die dazu berufen sind, Kinder Gottes zu sein, das heisst die gemeinsame Bestimmung aller Getauften. Die Heiligkeit ist ein Angebot, das an alle gerichtet ist.
Generalaudienz, 20. August 2008





Viele Heilige kennt allein Gott
Natürlich sind nicht alle Heiligen gleich, denn sie sind ja, […] das Spektrum des göttlichen Lichts. Und nicht notwendigerweise sind die grossen Heiligen immer jene, die aussergewöhnliche Charismen besitzen. Es gibt nämlich auch sehr viele, deren Namen Gott allein kennt, da sie auf Erden dem Anschein nach ein ganz normales Leben geführt haben. Und eben diese "normalen" Heiligen sind jene Heiligen, die Gott für gewöhnlich will. Ihr Vorbild bezeugt, dass man nur dann, wenn man mit dem Herrn in Verbindung bleibt, von seinem Frieden und seiner Freude erfüllt wird und dazu fähig wird, überall Ruhe, Hoffnung und Optimismus zu verbreiten.
Generalaudienz, 20. August 2008





Das Hochzeitsgewand der göttlichen Gnade
Auf die Grossherzigkeit Gottes muss der Mensch jedoch mit seiner freien Zustimmung antworten. Eben diesen grossherzigen Weg haben auch jene Menschen beschritten, die wir heute als Heilige verehren. In der Taufe empfingen sie das Hochzeitsgewand der göttlichen Gnade, sie bewahrten es rein und unversehrt und liessen es im Laufe ihres Lebens durch die Sakramente noch reiner werden. Nun haben sie Anteil am himmlischen Hochzeitsmahl. Dieses endgültige Fest im Himmel ist vorweggenommen im Mahl der Eucharistie, zu dem uns der Herr jeden Tag einlädt und an dem wir im Hochzeitsgewand seiner Gnade teilnehmen sollen. Wenn wir dieses Gewand durch die Sünde beflecken oder gar zerreissen, dann weist uns Gott in seiner Güte nicht zurück und überlässt uns nicht unserem Schicksal. Er gibt uns vielmehr im Sakrament der Versöhnung die Möglichkeit, das für das Fest notwendige Hochzeitsgewand unversehrt wieder zu bekommen.
Predigt bei der Heiligsprechung von vier Dienern Gottes, 12. Oktober 2008





Für das Geschenk der Heiligkeit danken
Liebe Brüder und Schwestern, danken wir dem Herrn für das Geschenk der Heiligkeit, das heute in der Kirche mit einzigartiger Schönheit erstrahlt. Jesus lädt jeden von uns ein, ihm auf dem Weg des Kreuzes zu folgen wie diese Heiligen, damit wir das ewige Leben als Erbe empfangen, das er uns durch seinen Tod geschenkt hat. Ihr Vorbild möge uns ermutigen, ihre Lehre uns Orientierung geben und Trost spenden; ihre Fürsprache stütze uns in den Mühen des Alltags, damit auch wir einst mit ihnen und allen Heiligen am ewigen Gastmahl im himmlischen Jerusalem teilnehmen dürfen.
Predigt bei der Heiligsprechung von vier Dienern Gottes, 12. Oktober 2008





Das Schauspiel der Heiligkeit
Besucht man einen botanischen Garten, so erstaunt einen die Vielfalt der Pflanzen und Blumen, und man denkt spontan an die Phantasie des Schöpfers, der die Erde zu einem herrlichen Garten gemacht hat. Ein vergleichbares Gefühl überkommt uns, wenn wir das Schauspiel der Heiligkeit in Betracht ziehen: die Welt erscheint uns wie ein "Garten", wo der Geist Gottes mit wunderbarer Phantasie eine Vielzahl von heiligen Männern und Frauen erweckt hat, jeglichen Alters und jeglicher sozialer Herkunft, jeglicher Sprache, aus allen Völkern und Kulturen. Ein jeder unterscheidet sich vom anderen durch die Einzigartigkeit seiner menschlichen Persönlichkeit und seines geistlichen Charismas. Alle aber tragen das Siegel Jesu eingeprägt (vgl. Offb 7,3), das heisst das Zeichen seiner durch das Kreuz bezeugten Liebe. Alle sind sie in der Freude, in einem Fest ohne Ende, aber wie Jesus haben sie dieses Ziel erreicht, indem sie durch Mühe und Bedrängnis gegangen sind (vgl. Offb 7,14) und jeder für sich einen Teil seines Opfers auf sich genommen hat, um an der Herrlichkeit der Auferstehung Anteil zu haben.
Angelus, 1. November 2008





Ihnen gehört das Himmelreich
Es ist eben jener von Jesus abgesteckte Weg, den zu gehen sich die heiligen Männer und Frauen bemüht haben, trotz des Wissens um ihre menschlichen Grenzen. In ihrem irdischen Dasein sind sie nämlich arm vor Gott gewesen, betrübt angesichts ihrer Sünden, sanftmütig, hungernd und dürstend nach der Gerechtigkeit, barmherzig, mit einem reinen Herzen, Frieden stiftend, um der Gerechtigkeit willen verfolgt. Und Gott hat sie an seiner Freude Anteil nehmen lassen: sie haben in dieser Welt einen Vorgeschmack von ihr erfahren und geniessen sie in Fülle im Jenseits. Jetzt sind sie getröstet, Erben der Erde, gesättigt, ihnen ist vergeben worden, sie sehen Gott, dessen Kinder sie sind. Mit einem Wort. "Ihnen gehört das Himmelreich" (vgl. Mt 5,3.10).
Angelus, 1. November 2008





Vom Himmel angezogen sein
Am heutigen Tag spüren wir, wie in uns die Tatsache, vom Himmel angezogen zu sein, neu lebendig wird, was uns dazu drängt, die Schritte unserer irdischen Pilgerschaft zu beschleunigen. Wir spüren, wie in unseren Herzen der Wunsch entflammt, uns für immer der Familie der Heiligen anzuschliessen, zu der zu gehören wir bereits jetzt die Gnade haben. Wie ein berühmtes Spiritual sagt: "Wenn die Schar deiner Heiligen kommen wird, wie sehr möchte ich, o Herr, einer von ihnen sein!" Dieser schöne Wunsch möge alle Christen beseelen und ihnen helfen, jede Schwierigkeit, jede Angst, jede Mühsal zu überwinden!
Angelus, 1. November 2008





Sie waren Sünder
Die gewaltige Schar der Zeugen, die sich von seiner Liebe hat ergreifen lassen, ist die Schar der Heiligen im Himmel, die nicht aufhören, für uns Fürbitte zu leisten. Sie waren Sünder, und das wussten sie auch, aber sie waren bereit, nicht ihre eigenen Sünden zu betrachten, überhaupt nichts zu betrachten als die Wunden ihres Herrn, um dort den Ruhm des Kreuzes und den Sieg des Lebens über den Tod zu finden.