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Mein Brief an Jesus





Das Wort zum Montag
Mein Brief an Jesus


Lieber Jesus,

in Liebe und Dankbarkeit schreibe ich Dir heute, weil so viele Fragen auf mich einstürmen. Das Leben ist nicht immer einfach – das weiß ich wohl. Krisen, Trauer, Depressionen begleiten mich oftmals unerbittlich. In dieser Finsternis suche ich Dich, Dein Licht. Doch oft ist es mir verborgen.Und dann plötzlich: sehe ich Dich, spüre ich Dich durch die Liebe, die in mein Herz einbricht.
Und doch bleiben Fragen. Zu oft, zu schnell frage ich mich: warum musste mir diese oder jene Prüfung auferlegt werden. Sei es der Verlust eines lieben Menschen oder aber die Zweifel, in denen ich Dich nicht mehr spüre, sehe, erlebe. Und dann plötzlich weiß ich: mein Erlöser lebt. Du lebst und bist immer bei mir. Dank und Liebe dafür, mein geliebter Jesus.

Deine Führung steht immer hinter meinem Leben, den Leben aller Deiner Kinder. Doch oftmals zweifele ich, wenn Menschen mich fragen, warum gerade das eigene Leben so sinnlos und leer empfunden wird.
Sehen Dich etwa Deine Kinder nicht mehr? Hast Du sie verlassen oder haben sie aufgehört, Dich zu suchen, bei Dir anzuklopfen, damit Du ihnen die Tür zu Deinem Herzen weit öffnen kannst,wirst?
Ja, Herr – Deine Vorsehung ist manchmal wirklich schwer zu erkennen. Doch eines weiß ich sicher: nur Du allein überblickst mein Leben, das in Dir ruht, in Dir aufgehoben ist. Wenn wir nur mehr daran glauben würden, das alle Höhen und Tiefen des Lebens getragen sind von Deiner Liebe zu uns – wie viel einfacher wäre dann unsere ganze Existenz, wie viel reicher unsere Seelen. Und doch weiß ich auch: das Leben ist immer ein Weg, ein Weg näher hin zu Dir. Und Wege sieht man niemals in Gänze, sondern allein einige Meter weit. Vielleicht wartest Du schon hinter der nächsten Gabelung, vielleicht gehst Du auch direkt neben mir, nur sehen kann ich Dich nicht. Bitte mein lieber Jesus: lass mich Dich immer sehen, Deine Gegenwart erkennen, führe mich tiefer hin zu Deinem Licht und Deiner Liebe. Bitte lieber Jesus, erbarme dich über mich.
Bevor ich Dich kannte, hörte ich Dein Wort, doch sagen konnte es mir nichts. Es wurde in meiner Familie immer gelesen, doch noch zu weit war ich von Dir entfernt.
In den finsteren Tälern, die das Leben durchziehen, lernte ich in Deinem Wort Dein Licht, Deine Weisheit und Deine Liebe zu erkennen.
Dein Wort fiel in meine Seele. Es brach sie auf für Deine Gegenwart, Deine Stärke und Hilfe.
Keine Krise, keine Dunkelheit gibt es auf Erden, die nicht durch Dein Wort und Deine Liebe geheilt werden könnte. Egal wie tief ich fiel, egal wie sehr mich diese Welt trat und verwarf – ich erkannte: Bist DU bei mir, gehe ich, wandle ich in Freuden.

Herr, ich liebe Dein Wort, denn dort bist Du leibhaftig.
Doch ewig diese Anfechtungen, Anfechtungen des Bösen, Anfechtungen, die uns weit weg von Deinem Herzen reißen wollen.
Doch letztlich sagt mir Dein Wort: was sollen Menschen mir tun? Denn der stärkste Mensch ist schwächer als der Glaube an Dich, die schlimmste Verlassenheit ist unbedeutender als mein Glaube an Dich, ja das böseste Böse ist wirkungslos gegen unseren, meinen Glauben an die Liebe, die Du bist.

Jeden Tag rennt Deine Welt an gegen Dich. Dein Wort wird verworfen, Deine Liebe wird verspottet, Dein Licht verdunkelt durch die Kälte der Menschen gegen den einen, der sie,
uns , einen jeden wirklich liebt.
Wie viel Schmerzen erleidest Du täglich an Deiner Schöpfung. Du, der unser Leben ist, Du, der niemals uns in der Dunkelheit dieser Welt zurücklässt – groß ist Deine Liebe, klein unser Vertrauen, unser Glaube an Dich.
Was wäre ich ohne Deine Gnade? Was wäre diese Welt, ja was wäre Deine Kirche ohne Deine liebende Gnade?
Denn jeden Tag verlieren wir den Glauben an Deine Liebe, doch jeden Tag führst Du uns auf Deinen Wegen zurück zu Dir.
Wie viel Hochmut, wie viel Verachtung Dir gegenüber ist in der Welt und Deiner Kirche. Wie viel Kummer habe ich Dir schon breitet. Bitte Herr, vergib mir.

Herr, vergib mir meine, vergib mir unsere Schuld. Forme doch mein Herz, auf das auch ich sagen kann: ich vergebe all meinen Schuldigern. Wie sehr stehe ich mir, steht mein Hochmut gegen das Gebot der Gnade. Wie oft habe ich vergessen, wie viel Schuld auf mir lastet. Wie oft habe ich nur auf meine Verletzung meiner Seele geschaut, die doch nur in Dir Heilung finden konnte.
Keine Rache, kein Heimzahlen vermag unsere Seele zu heilen. Rache verletzt uns immer mehr und tiefer, denn in der Rache ist keine Liebe, bist Du nicht zu finden.
Lasse Raum für meinen Zorn! Ja Herr, so sprichst Du zu mir, zu uns allen! Allein Dein Urteil wird gerecht sein, denn Du vergilts allen, so wie sie es verdienen.
Fürchte Dich nicht, sondern erwarte gelassen Gottes tun. So spricht der Psalmist zu uns allen.
Herr gib uns die Weisheit, niemals von diesem Deinem Weg abzukommen. Herr, bitte hilf uns, unserer Schwäche, unseres Stolzes. Kyrie Eleison!

Was wären wir ohne unseren Glauben, ohne Deine Liebe zu uns?
Was hätten wir dann von unserer Zukunft zu erwarten?
Was, wenn diese paar Erdenjahre alles waren, das ganze Leben, das ganze Sein? Wie sinnlos wäre unser Leben, wie kalt und verdorben wären unsere Seelen, Seelen, die nicht mehr am Wasser der Ewigkeit Nahrung fänden, Seelen, die in der staubigen Dunkelheit des Diesseits gefangen wären? Ja Herr, was wären wir ohne Deine Liebe?
Angst und Schrecken würden mich erfüllen, im bedenken meiner Zukunft. Denn wo soll ich Halt finden, als in Dir? Wo hätte ich, mein Herz und meine Seele Heimat in dieser kalten Welt? In Geld, Macht oder Erfolg? Wie kann das einen Menschen trösten, denn das Heil und der Friede der eigenen Seele ist mit Geld nicht zu bezahlen, ist mit Macht nicht zu erzwingen, gehorcht keinen Gesetzen des irdischen Erfolgs. Nur Du, nur Deine warme Liebe, Deine gnadenvolle Geborgenheit kann mir Heimat sein. Bitte Herr, verlasse mich nicht, bitte Herr erbarme Dich über mich, über uns alle!
Wenn ich an Dich denke Herr, so sehe ich Dich, wie Du mich in Deine Arme schließt. Du gibst mir Geborgenheit und Trost, Du schenkst mir Deine Wärme. Ohne Dich Herr bin ich dieser Welt preisgegeben, ohne Dich Herr, erfriert meine Seele. Lasse mich bitte niemals fallen aus Deinen Händen der Liebe. Kyrie Eleison!

Doch was macht diese Welt mit Deiner Liebe? Sie wird Feind des Lebens. Überwältigt von der Kälte des Todes, verwirft sie alles Schwache, alles Leidende, alles außerhalb einer Norm, die Deine Schöpfungsvielfalt hinein in menschlich stupide Formen degeneriert. Denn Du bist Schöpfer allen Lebens. Ja Herr, was ist der Mensch, das Du seiner gedenkst?
Kehren wir um! Kehren wir ab davon, uns als Götter über Leben und Tod zu gebärden. Hören wir auf, Dich zu verletzen, Dein Herz mit unserer Boshaftigkeit zu belasten.
Du bist unser Gott über jedes Leben. Denn jedes Leben ist kostbar, einmalig, gewollt und geliebt von Dir.
Viel wurde geschrieben, ich weiß Herr. Von Selbstbestimmung des Todes, von der Abtreibung von Leben, das nicht makellos und so scheinbar jeder Würde und Wert verloren zu haben scheint.
Ich bin mir sicher: ein jedes Leben, das verloren geht, schmerzt Dich unendlich. Bitte Herr, vergib uns unsere Schuld.
Lehre doch uns Menschen, das Leben zu achten, es zu erhalten und letztlich allein Dir es zu überlassen, wie und wann dieses Leben heimkehrt in Dein Reich. Denn was maßen wir uns an, wenn wir über das Leben selbst verfügen wollen? Haben wir uns das Leben geschenkt? Sind wir unser Schöpfer gewesen, sind es unsere Hände gewesen, die es formten, haben wir uns eine unsterbliche Seele gemacht?
Weshalb also maßen wir uns an, das, was allein Dir vorbehalten ist, selbst in die Hand zu nehmen?
Von der Würde des sterbens wird so oft geredet. Doch von welcher Würde reden wir hier? Alle Würde kommt allein aus Dir, denn Du bist Schöpfergott. Der Tod ist ein Kind des Bösen, nicht das Deiner Hände. Der Tod ist niemals schön oder würdevoll. Der Tod ohne die Liebe und den Willen des Herren alleinbestimmt entwürdigt uns selbst und Dich.
Schenke uns doch Auswege, mach uns doch wieder empfindsam Dir gegenüber.

Danke, liebster Jesus, danke das Du mir so lange zugehört hast. Ich liebe Dich, auch wenn ich so oft an mir selbst scheitere. Doch Du bist die Liebe, die Gnade und die Güte. Das weiß ich nun ganz gewiß.
Erbarme Dich doch über uns. Kyrie Eleison.

Maranatha!
Dein Dich liebender Michael