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Fürchte dich nicht!

Das Wort zum Montag

Das Wort zum Montag


„ So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte Dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“ Jes. 43,1

Die Gnade und der Frieden unseres Herrn sei alle zeit mit euch!

Liebe Schwestern und Brüder,

Das Bibelwort der kommenden Woche führt uns hin zum Propheten Jesaja, einem Propheten, der das uns vorliegende Wort während der Zeit des Exils des Volkes Israels, uns näher bringt.
Hoffnung? Errettung? Erlösung durch Gott? Wer konnte denn in Israel als Gefangener solchen Verheißungen glauben? Und überhaupt: was hat denn der Glaube an Gott eingebracht? Doch wohl nur viel Kummer und Sorge, Zerstörung und Verbannung!

Es ist nicht schwer aus Sicht der Israeliten so über Gott zu denken.
Denn uns geht es da oftmals nicht anders. Probleme, Bedrückungen, Ängste, das Scheitern in Arbeit, Familie oder Ehe – das belastet und macht es gleichermaßen schwer zu glauben, das wir trotz alledem in Gott geborgen sind.
Warum ich, warum passiert mir und meiner Familie so was? Fragen, die ich gut kenne, Fragen, die in den Zeiten der Krise nach Beantwortung schreien und vielleicht gerade deshalb finden wir in unseren Ausnahmezuständen keine Antworten.

Gestern wurde in meiner Gemeinde ein Mann beigesetzt, der mit 29 Jahren sein Leben an Gott zurück geben musste. Unglaublich.
Erschüttert war ich, als ich davon hörte. Das Leben hatte doch gerade begonnen, warum nur müssen solche Tragödien passieren? Und Gott spricht: Fürchte Dich nicht? Wie, lieber Gott, sollen wir das machen, wenn einem durch den Verlust eines lieben Menschen ein Stück weit Leben aus dem Herzen gerissen wurde? Wie soll man spüren, das man dem liebenden Gott gehört, wie nur fühlen, das man gerufen wurde von dem, der allein Liebe ist?

Solche Exilerfahrungen, in denen man sich allein auf der Welt fühlt, Erfahrungen, die Gott von unserem Herzen irgendwie wegdrängen, als ihn uns näher zu bringen – ja solche Erfahrungen kennen wir alle. Auch die Israeliten mussten diese Erfahrungen machen, denn ihr Weg führt weg von Gott und hin zum Götzendienst.

Nur was ist die Alternative? Ein Leben ohne Gott?
Gerade in der heutigen Zeit scheint dieser Weg eine große Anziehungskraft auszuüben.
Doch eigentlich tun mir Menschen leid, die versuchen, allein aus sich heraus dieses Leben leben zu wollen. Denn wer tröstet, wenn man verletzt wurde? Wer richtet auf, wenn man niedergedrückt wird von Sorge und Kummer? Wer ist immer da, wenn man fast an Einsamkeit erfriert?
Sicherlich: viele sagen: ich habe eine große Familie, einen großen Freundeskreis – da habe ich genug Gesellschaft und Hilfe.
Sicherlich: Familie und Freunde sind wichtig im Leben, doch letztlich nicht alles.
Dennoch wissen wir: die Jünger des Herrn, Männer, die immer mit ihrem meister zogen, die ihn liebten und später sogar bereit sind, für dieses Christus ihr Leben zu lassen – diese Männer flüchteten und verleugneten ihren Christus in der Stunde seiner Passion.
Die Jünger Christi, das lesen wir in den Evangelien, waren keine Feiglinge, keine Egoisten, die nur am eigenen Leben hingen. Nein, es waren einfach Menschen, Menschen die sich fürchten, Menschen denen einfach in ihrer Schwachheit der Mut fehlt, das eigene Leben durch das Bekenntnis zu Jesus aufs Spiel zu setzen.
Menschen sind Menschen, oftmals schwach, oftmals die falschen Entscheidungen treffend.
Wer kennt das nicht von sich selbst?

Wer allein auf Menschen vertraut, der hat sein Lebenshaus auf Sand gebaut. Ohne Gott fehlt uns die reine Liebe, das reine Gute in unserem oftmals verschatteten Leben, ein Leben, das einfach Gott als Halt und Fundament braucht.
Es spricht der Herr: Fürchte dich nicht, ich habe dich ... bei deinem Namen gerufen, du bist mein.
Was für eine großartige Zusage.
Wir als Kinder des Herrn gehören eben nicht der Arbeit, dem Chef, dem Reichtum oder der Macht. Nein, wir gehören dem, der uns schuf, der uns besser kennt als wir uns je selber kennen können. Er hat uns gerufen, Wir sind ganz und gar sein. Für immer und ewig.

„Ich weiß, das mein Erlöser lebt“ – dieses Wort Hiobs soll auch uns durch unseren Lebensweg begleiten. Wir Christen wissen: wir gehören Gott allein, ihm müssen wir dienen und gefallen, nicht dieser Welt.
Christus hat uns erlöst durch seinen Tod am Kalvarienberg.
Wir Christen sind erlöst, unser Exil ist diese Welt, eine Welt, die nichts mehr als die Liebe Gottes benötigt. Eines Tages wissen wir: wir kehren heim zum Herrn, wir lassen zurück alle Sorge, allen Schmerz und alle Tränen.

„ So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte Dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“ Jes. 43,1

Dieses Wort, mit dem der Prophet Jesaja nunmehr das wurzellose Volk Israel aufrichtet, wird auch uns in jeder Lebenslage ein treuer Begleiter sein.
Denn ich habe erkannt, das gerade hier Gott einen jeden von uns anspricht, anredet. Denn er ist Person, er ist kein ferner Gott der die Menschen sich selbst überlässt.
Niemals sind wir allein, denn unser Erlöser lebt, unser Erlöser führt uns unser ganzes Leben hin zur Ewigkeit.

Auch wenn es Mode ist, Gott als Hypothese in das rein Private zu verbannen, so wird doch ein Mensch, der sich Gott verweigert ein schweres Leben haben. Denn er kennt nicht die Liebe Gottes, er kennt keine Gnade und Erlösung. Beten wir in dieser Zeit für einen jeden Menschen, der sich selbst als Grenze allen strebens und wollens ansieht.
Ja lieber Gott, mache uns Christen zu deinem Werkzeug, denn die Ernte ist groß aber der Arbeiter sind wenig.

Und der Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unser aller Herzen und Sinne in Christus Jesus

AMEN.

Das Wort zum Montag als life-Mitschnitt zum hören

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