An was wir glauben
Das Wort zum Montag
„Die größte Liebe ist es, wenn einer sein Leben gibt für seine Freunde“
Anlaß:
Perverse Deutung des Kreuzestodes
Die Deutung von Jesus Kreuzestod durch konservative Christen ist für Burkhard Müller "pervers". Der umstrittene ARD-Pfarrer hält nichts vom "Blutopfer-Glauben".
Für wie breitenwirksam halten Sie das "liberale Christentum", das Burkhard in Europa für zukunftsträchtig erachtet? Kann sich die Kirche von "Sühneopfer und Buchstabenglaube" lösen? Sagen Sie uns Ihre Meinung dazu.
Liebe Schwestern und Brüder,
wenn man morgens die Zeitung öffnet wird einem schlagartig klar: das Sommerloch hat uns erreicht.
Die Ferienzeit wird oftmals von Politikern der dritten Reihe dazu benutzt, wenigstens ein bisschen Popularität zu erhaschen. Eine zweifelhafte Bekanntheit, oder?
Eines war mir bislang neu. Denn das auch die Kirche sich in den Reigen der Öffentlichkeitssüchtigen einreiht – also das ist wirklich neu.
Da stellen sich Theologen hin, argumentieren von Gott und der Welt, greifen Glaubenswahrheiten an, ohne die das Gerüst des Glaubens an den einen Gott einzustürzen drohte.
Aber wenn es doch nun mal der Popularität dient? Und eines weiß man ja: die Menschen dort draußen vergessen schnell. Wem schadet denn so etwas? Es ist halt Mittel zum zweck in dieser heutigen Medienwelt. Da kann sich die Kirche nicht ausschließen?
Auf den ersten Blick: vieles klingt zumindest einleuchtend, einleuchtend wenn man von der Konstante ausgeht, das der Glaube an den einen Herrn ein reines Thesen und Gedankenmodell ist. Denn wenn es Gott wirklich gibt, so müssten wir einräumen: die Verletzung von Glaubenswahrheiten beleidigt Gott, den Glauben, die Kirche. Hier gebiert die Erkenntnis, das wir eines Tages dies alles vor unseren Herrn und Richter erklären müssen, dem erklären müssen, der allein gerecht, wahrhaftig ist.
Doch viele Theologen glauben scheinbar: es zählt nur das heute und hier, es zählt was einem jetzt nutzen kann. Wer kann, wer will da schon an das ewige Leben, das ewige Gericht denken?
Der ARD Pfarrer Burkhard Müller ist einer dieser Glaubenswächter. Seine Bemerkung, die derzeitige kirchliche Verbreitung und Interpretation des Blutopfers Christi eröffne ein schlimmes, ein perverses Gottesbild. Doch er ist nicht allein.
Immer wieder schwingen sich Menschen der Kirche auf, um sich daran zu machen, einen Privatglauben zu äußern, also denen anzuempfehlen die auf die Wahrheit des Glaubens angewiesen sind, deren Glaube sich nicht theologisch wehren kann, den Menschen außerhalb der Kirche, der einfach nur versucht, recht vor Gott zu leben, ihm zu dienen. Was tun wir diesen Menschen an, das Fundament ihres Lebens gerät aufgrund der Disputiersucht einzelner deutlich, heftig ins schwanken. Was tut man uns an, wenn wir versuchen, nach den Wahrheiten des Evangeliums zu leben, zu sterben, diesen unseren Glauben zu verteidigen, zu stützen, zu bewahren?
Ein jeder, der bekennt: der Glaube an das Blutopfer Christi für uns Menschen sei ein Irrglaube, dieser bekennt auch, die Bibel für sich außer Kraft zu sehen. Denn nur zu eindeutig verweist das Wort Gottes dieser These den Platz.
Der christliche Glaube lebt in der Erkenntnis: ohne die Gnade und Barmherzigkeit des Liebestodes Christi für uns Menschen verkommt unser Glaube zum inhaltlosen Kitsch, ohne Wahrheit, ohne Anspruch, ohne Hoffnung.
Denn es ist klar zu erkennen: Christus lebte und starb pro nobis, sein Leben war Hingabe an die Liebe. Christus starb für uns. Hier hat keine Diskussion einen Nährboden, denn hier wird ein Anspruch an uns klar beschrieben: halten wir das Wort Gottes für die Wahrheit oder nicht?
Ich denke: diese Frage sollten sich all die Profilierungstheologen einmal stellen, hier verlangt Gott eine Antwort, ohne wenn und aber!
Denn fragen wir uns einmal: was genau passierte in der Passion unseres Herrn?
Hat Gott seinen Sohn geopfert aus reinem Zorn, Egozentrik, Blutdurst?
Schon das bloße nachdenken widerlegt diese These.
Denn in diesem Falle hätte Gott die ganze Menschenheit bestrafen müssen, doch nicht den, der als sein Sohn, der einzig Sündlose unter den Menschen war.
So wie im alten Bund die Menschheit den Tod in der Flut fand, so hätten auch wir Gleiches heute verdient. Denn eines wird uns klar: die Sache mit dem Menschen hat sich nicht wirklich gebessert. Er bleibt neben seiner Ebenbildlichkeit Gottes, den reichen Geschenken an Verstand und Willen, ein kleiner Wicht vor den Augen und der Größe des Herrn, abgefallen und oft getrennt von der Liebe Gottes.
Im Verlauf der Bibel erkenne ich ganz klar: wir haben das Band mit Gott zerschnitten, unwiderruflich. Nur im Reichen der Hand des Herrn, nur in seiner Gnade und Barmherzigkeit erniedrigte sich sein Sohn in seiner Herrlichkeit tief in die Armseligkeit des menschseins. Er litt, er wurde verhöhnt, bespuckt, getötet. Wir hätten das verdient, hätten das erleiden müssen.
Wo, lieber Herr Müller ist hier der Zorn Gottes? Wo sieht und erkennt man die nGrausamkeit des Herrn, der nur auf Rache und Blut aus ist? Wo sieht man diesen Gott?
Auch Paulus war in seinem tun für die Gemeinden einer ähnlichen Frage ausgesetzt. Ist Christus wirklich gestorben und auferstanden? Immer wieder begegnete ihm diese Fragen nach dem eigentlich Unglaublichen.
Seine Antwort: hart aber einzig wahr.Denn Paulus argumentiert: ohne den festen Glauben an den Tod und die Auferstehung Christi ist unser Glaube nichts wert, ist unser Leben frei von Sinn und Kraft. Denn wenn wir sterben ohne Wiederkunft, wenn der Tod das letzte Wort hat, dann sind die beschwerlichen paar Jahre dieses Lebens eigentlich mehr grausam als beglückend.
„ Drum lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot“ – das sagte Paulus. Und was soll ich sagen: er hat recht!
Wozu dann sich selbst verleugnen, wozu anderen helfen, wozu nach Ethik und Moral fragen, wenn das wissende handeln dagegen gleichermaßen keine Auswirkungen haben kann. Denn bald ist es ja sowieso aus, was kümmert mich dann also das Glück Anderer? Ich habe schon genug zu tun an meinem eigenen Egoismus!
Ohne die Passion Christi wäre unser Band mit Gott weiter zerschnitten. Wir wären dann gleich dem verlorenen Sohn in den Weiten der Welt. Doch wir wüssten darum, das unser Vater nicht auf uns wartet, nicht seine Arme um uns legen würde um uns wieder bei sich aufzunehmen, ganz gleich, was wir verbrochen hätten.
Der verlorene Sohn bliebe verloren, er wäre weiter im Schmutz seiner Existenz, eine jeden Tag mit dem dann sinnlosen Leben ringend allein mit sich selbst.
Die würde für mich bedeuten: ich sehe hier in der Verweigerung der Versöhnung das Bild eines eifernden Gottes, der mich zwar erschuf, doch letztlich dann doch mich selbst und dieser Welt überlässt. Keine Gnade dringt hier nach außen, keine Barmherzigkeit ruft uns, keine Liebe tröstet uns. Der Mensch als Bild seines Elends.
Sollte das Gott gewollt sein?
Letztlich erkennen wir: die Leugnung der Passion des Herrn als Sühne für den verdienten Tod des Menschen leugnet die Wahrheit der ganzen heiligen Schrift.
Man kann die Bibel nicht sezieren nach der Maßgabe: was ich glauben kann glaube ich, der Rest ist eh nicht wahr.
Christus fordert uns Christen deutlich auf zu einem JA oder NEIN zum Glauben. Ein bisschen glauben, das geht einfach nicht.
Wer an die Wahrheit der Bibel und der Kirche glaubt, wer glaubt, gerade durch diesen Glauben das ewige Leben zu haben, der lebt in der Kraft des Heiligen Geistes, der eines unmöglich macht: die Leugnung der absoluten Wahrheit des Wortes Gottes.
Liebe Schwestern und Brüder: auch wenn sich immer wieder Menschen aufmachen, aus Profilierungssucht Gott und sein Wort zu verleugnen, so wissen wir: der Teufel geht um wie ein brüllender Löwe und sucht wen er verschlingen kann!
Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus
AMEN!





